Do., 27.09.2018

Die Zukunft Münsters als Fahrradhauptstadt Wegenetz ist veraltet

Probleme melden: Ein gemeinsamer Nenner für Andreas Wilting (v.l.), Michael Milde, Carsten Peters, Annika Bürger und Martin Becker, die alle mit dem Rad gekommen waren.

Probleme melden: Ein gemeinsamer Nenner für Andreas Wilting (v.l.), Michael Milde, Carsten Peters, Annika Bürger und Martin Becker, die alle mit dem Rad gekommen waren. Foto: Andreas Hasenkamp

Münster - 

Die Diskussion Münsters als Fahrradhauptstadt wirft viele Fragen auf. Die Grünen hatten zu einer Diskussion eingeladen, bei der es unter anderem um die Rad-Infrastruktur ging, um das Wegenetz für Räder, das total veraltet sei und um den Rad-Parkbedarf.

Von Andreas Hasenkamp

Zur Diskussion um die Zukunft Münsters als „Fahrradhauptstadt“ hatten die Grünen am Dienstag ins Stadtweinhaus geladen. Auf dem Podium: Martin Becker von der Initiative „Fahrradstadt.ms“, Michael Milde vom Planungsamt, Carsten Peters vom Bündnis 90/Die Grünen sowie Andreas Wilting vom ADFC.

In jener Stadt fährt Becker am liebsten auf der Promenade, aber nachts, wenn nicht mehr viel los ist, Milde gern in Hiltrup entlang des Kanals, Wilting freut sich, wenn er Münster radelnd hinter sich lässt. Woanders seien die Verhältnisse besser für das Radfahren. Beim Online-Melder für Probleme in der Rad-Infrastruktur hätten sich über 300 Bürger gemeldet, so die Moderatorin Annika Bürger.

Für Wilting sind manche Indikatoren absurd: 40 Prozent Fahrradanteil am „Modal Split“ gehe einher mit wachsenden Zahlen von Autos. Und als Fahrt zählten ebenso ein paar Kilometer mit dem Rad wie 20 Kilometer mit dem Auto.

Rege beteiligte sich das Publikum. Die Radwegebenutzungspflicht effektiv in Münster aufzuheben forderte einer mehrfach, Milde widersprach und argumentierte mit der Sicherheit. Und: Einer Umfrage zufolge wollten 80 Prozent lieber den Radweg nutzen. Das Wegenetz sei dicht, aber in die Jahre gekommen.

Für Milde gibt es zwei effektive Hebel: Flächenumverteilung zum Beispiel zugunsten von Bussen am Hauptbahnhof und höhere Preise für das Parken.

Dem Rad-Parkbedarf am Bahnhof entspreche man eher mit 8000 bis 10 000 Plätzen, weitere müssten dezentral eingerichtet werden. Die Stadt Münster denke bereits über ein drittes Fahrrad-Parkhaus nach.

In Arbeit sei die erste Velo-Route Richtung Telgte. Die Stadt stocke ihr Fachpersonal derzeit auf.

„Auch in der Wirtschaft tut sich was“, berichtete Peters von der Hammer Straße. Ein Teilnehmer bemängelte, maßgebliche Akteure fehlten hier: CDU, SPD, Wirtschaft – die brächten ihre Interessen anders ein, etwa per Anruf beim Oberbürgermeister.

Verkehr in der Region steht auch im Zentrum der „Grünen Mobilitätskonferenz“ am 6. Oktober (Samstag), veranstaltet auch von den Fraktionen aus den Kreistagen Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und Borken.



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