Die Uni im Exzellenzwettbewerb
Entscheidung für Exzellenz

Münster -

Die Entscheidung im Exzellenz-Wettbewerb war für die Universität Münster eine Überraschung. Die Gutachter entschieden sich neben dem bewährt Exzellenten für exzellente Neulinge.

Samstag, 29.09.2018, 09:00 Uhr aktualisiert: 29.09.2018, 11:44 Uhr
Jubelnde Mathematiker: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Clusters „Dynamik - Geometrie - Struktur“ freuen sich über den Erfolg im Exzellenzwettbewerb.
Jubelnde Mathematiker: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Clusters „Dynamik - Geometrie - Struktur“ freuen sich über den Erfolg im Exzellenzwettbewerb. Foto: WWU

Die Westfälische Wilhelms-Universität hat im Exzellenzwettbewerb – wie berichtet – zwei Cluster-Anträge erfolgreich gestellt. Das ist gleichzeitig die Erfüllung des Minimalziels, aber – realistisch betrachtet – auch das Maximale, was für die WWU möglich war.

Auch wenn bei dem Wettbewerb, bei dem eine 400-köpfige internationale Expertenkommission intensiv die Qualität der Konzepte prüft, das Ergebnis nicht vorhersehbar ist: Dass eine Hochschule mit jedem ihrer Anträge durchkommt, ist sehr unwahrscheinlich.

Neuer Forschungsverbund ermöglicht

Am Donnerstag hatten Bund und Länder, sprich die Politiker, das letzte Wort über die von den Wissenschaftlern rein fachlich getroffene Vorauswahl. Und auch, wenn immer beteuert wird, der Länderproporz spiele keine Rolle für den Ausgang des Wettbewerbs, wäre es eben auch unwahrscheinlich, dass alle Förderprojekte in einer einzigen Region, etwa Baden-Württemberg, versammelt wären.

An der Universität Münster ermöglichen die Juroren mit der Bewilligung des Antrags der Mathematiker einem neuen Forschungsverbund, Spitzenforschung zu betreiben. Im Schloss der Uni wurde am Donnerstag darüber spekuliert, dass die Mathematiker auch zum Zuge gekommen seien, weil ihre Forschungsarbeit mit deutlich weniger Geld zu finanzieren ist, als die der Naturwissenschaftler und Mediziner des Clusters „Cells in Motion“, der nun aus der Förderung herausfällt.

Mathematik ist internationale Spitze

Die Fördersumme für jedes Projekt wird ohnehin geringer ausfallen als beantragt, denn es wurden statt der avisierten 45 bis 50 Projekte sogar 57 ausgewählt. Die Entscheidung für die Mathematiker korrespondiert aber auch mit der die Tatsache, dass die Mathematik an deutschen Universitäten, und auch seit langem in Münster, international spitze ist.

Gleich drei Mathematik-Cluster mit ähnlichen Themen (in Münster, Bonn und Berlin) werden nun gefördert – so erhalten alle Top-Forscher die Chance, noch brillanter zu arbeiten. An Mathematiker aus Münster gingen immer wieder hochrangigste Auszeichnungen: Vier Leibniz-Preisträger und ein Max-Planck-Forschungspreisträger arbeiten am Fachbereich Mathematik der WWU.

Cluster „Religion und Politik“

Und auch die Entscheidung für den Cluster "Religion und Politik" kündet von der Fokussierung auf bestehende Exzellenz. Der Verbund arbeitet nicht nur an einem auch im Laufe seines Bestehens zunehmend brisanten Thema – es wurden immer neue hochrangige Wissenschaftler und Forschungsgebiete einbezogen.

Der Cluster „Religion und Politik“ entfaltet eine starke Außenwirkung in die Gesellschaft: Seine Wissenschaftler nehmen Stellung in gesellschaftspolitischen Debatten, haben wiederholt renommierte Ausstellungen präsentiert und organisieren vielbeachtete Publikumsveranstaltungen. Der Plan der WWU, ihre theologischen Fächer auf einem neuen „Campus der Religionen“ am Hüfferstift anzusiedeln, dürfte die erneute Entscheidung für den größten geisteswissenschaftlichen Cluster in Deutschland noch befördert haben, wie dessen Sprecher Prof. Detlef Pollack mutmaßte.

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