Familie Séférian: Tournee-Auftakt in der Friedenskirche
Immer wieder Liebeslieder

Münster -

Sportlich begann die Premiere in der Friedenskapelle: Sie kamen mit dem Fahrrad vor die Bühne gefahren, passend zum ersten Filmlied: „A Bicyclette“. Und unterhaltsam, kurzweilig und abwechslungsreich ging es weiter. „Un Homme et une Femme“ heißt das neue Programm der Séférians, mit dem sie durch Deutschland touren und das am Freitagabend in der Friedenskapelle Premiere feierte, womit ebenfalls die dortige Veranstaltungssaison eröffnet wurde. Eigentlich hätte das Programm auch „Drei Männer und drei Frauen“ heißen können. Familie Séférian mit Maries Lieblingsmusikern aus Berlin standen auf der Bühne, das war Jazz kombiniert mit Chanson, alles unter dem Thema Filmmusik. Zusammen haben sie das Programm nach ihren Vorlieben ausgesucht, angereichert mit kleinen persönlichen Geschichten zu den Stücken.

Sonntag, 30.09.2018, 15:34 Uhr
Jean-Claude Séférian und Tochter Marie auf der Bühne der Friedenskirche in Münster
Jean-Claude Séférian und Tochter Marie auf der Bühne der Friedenskirche in Münster Foto: Conlan

Duette und Soli wechselten sich ab, ebenso die ins­trumentale Begleitung, das machte das Konzert um so abwechslungsreicher und sorgte für verschiedene Stimmungen und Klangfarben, die das Publikum überzeugten. Auch die Moderation teilte sich die Familie untereinander. So verließ Christiane Rieger-Séférian immer wieder ihren Platz am Flügel, um ein paar einleitende Worte zu sprechen. Julia Czerniawska begeisterte mit ihrem Violinenspiel, Javier Reyes spielte Schlagzeug und sorgte mit entsprechender Percussion für mitreißende, ganz unterschiedliche Rhythmen, und Tim Kleinsorge glänzte am Kon­trabass, auch bei mehreren Soli. Und es gab extra bei der Premiere sogar einen Gast mit seinem Akkordeon: Miroslaw Tybora, der ansonsten durch die Weihnachtskonzerte von Jean-Claude Séférian in der Friedenskapelle bekannt ist. Er verlieh dem „Sous le ciel de Paris“ das passend Timbre.

Am Freitagabend erfuhr das Publikum, dass Marie mit zweitem Namen Hélène heißt, Jean-Claude gern Filmregisseur geworden wäre, seine Mutter den Vater durch einen Filmsong „herumgekriegt“ hat – und genoss immer wieder die Lieder über die Liebe – aus über 60 Jahren französischer Filmgeschichte, mal voll Melancholie, dann wieder sehr jazzig und von Maries Stimmenvirtuosität gespickt. Es war ein gelungener Tourneeauftakt. Das Publikum seufzte, jubelte, klatschte im Rhythmus und gab zum Schluss Standing Ovations.

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Ab Januar 2019 wird es dieses neue Programm als CD erhältlich sein.

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