Lisa Fellers neues Programm „Der Nächste, bitte!“
Bizarre Typologie des Mannes

Münster -

Ein Abend mit Lisa Feller hat etwas von einem Treffen mit einer guten Freundin, mit der man sich über neueste Erlebnisse austauscht. Allerdings ist hier die Gesprächsrichtung – schon durch das Show-Format – natürlich einseitig. Und das Gegenüber platzt derart vor Mitteilungsdrang, dass der Zuhörer von einer wahren Lawine überwältigt wird. Dampfplauderei auf höchstem Level amüsierte das Publikum im ausverkauften Bürgerhaus Kinderhaus. Auf der Bühne ein zierlicher Vulkan sprudelnder Redseligkeit, grimassierend, mit den Armen wedelnd und immer wieder in sich selbst hinein glucksend, noch bevor die Pointe überhaupt Anlauf genommen hat. Letzteres ist typisch Lisa Feller, die ihre Alltagsschwänke präsentiert, als ob sie den ulkigen Moment gerade noch einmal durchlebt. In ihrem Programm mit dem lapidaren Titel „Der Nächste, bitte!“ steht eine komödiantische Typologie der Männlichkeit im Mittelpunkt, gespeist aus den Erfahrungen einer Frau in der Mitte des Lebens, einer alleinerziehenden Mutter zweier Söhne auf der Suche nach einem neuen Partner.

Sonntag, 30.09.2018, 15:34 Uhr
Lisa Feller knöpft sich die Männer vor.
Lisa Feller knöpft sich die Männer vor. Foto: Wolfgang A. Müller

Zuvorderst ist es eine Standortbestimmung, bei der hehre Erwartungen und blanke Realität abgeglichen werden. Fordert die münstersche Comedienne anfangs noch in Anlehnung an einen Cola-Werbespot: „Ich will den Fensterputzer, nicht den Lappen!“, so drosselt sie ihre Ansprüche schließlich deutlich: „Wäre schön, wenn er ein Gesicht hat.“ Verkupplungsversuche im Freundeskreis gehen nach hinten los. Gesellschaftsspiele oder als Zufälle inszenierte Aufeinandertreffen mit männlichen Kandidaten: beeindruckend ungeeignet. „Da habt ihr ja wohl noch mal auf dem Speicher nachgeguckt“, kommentiert Feller trocken und geht lieber in Supermärkten auf die Pirsch.

In ihrer autobiografisch angehauchten, selbstironischen und mit Ovationen bedachten Show karikierte Feller auch bizarre Begegnungen in der Unterhaltungsbranche, die sie in ihrer Sicht bestärken: Frauen geben sich eher zurückhaltend und Folgen abwägend; „Männer haben dieses natürliche ‚Ich bin da. Muss reichen’.“

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