Diskussion um den Bremer Platz
„Schandfleck abreißen“

Münster -

Offener Drogenkonsum, Straftaten, Schmutz: Der Bremer Platz auf der Ostseite des Hauptbahnhofs ist keine gute Visitenkarte für Münster. Doch was tun? Leser unserer Zeitung meldeten sich mit Vorschlägen zu Wort.

Montag, 01.10.2018, 19:45 Uhr
 
  Foto: Oliver Werner

Der Bremer Platz ist fest in den Händen der Trinker- und Drogenszene. Die Grünfläche gibt kein schönes Bild ab, schon gar nicht taugt sie als Visitenkarte der Stadt für Gäste, die den Bahnhof zur Ostseite verlassen.

Im Zuge des Bahnhofsumbaus soll der Park auf einer möglichst breiten Basis aller Beteiligten umgestaltet werden – allerdings ohne die dort ansässigen Szenen zu verdrängen (wir berichteten). Das Thema beschäftigt die Münsteraner, das belegen die vielen Kommentierungen der Berichterstattung im Netz.

"Hilfe anbieten" anstatt "verteufeln"

Auf die Frage, wie man der Szene am Bremer Platz begegnen soll, antworteten die Leser mit überwiegend konstruktiven Vorschlägen. „Sie einfach zu ignorieren und wegzuschicken, ist falsch“, schreibt Ludwig Potrykus auf Facebook. „Die Szene gibt es, ob es einem gefällt oder nicht. Dort kann man sie wenigstens im Auge behalten. Und anstatt wegzuschauen und sie zu verteufeln, könnte man ja Hilfe anbieten: Konsumräume, sauberes Besteck, Sozialarbeit, etc.“, so sein Vorschlag.

Marc Pinnekamp sieht das ähnlich: „Drogen kontrolliert freigeben, Süchtige als Kranke anerkennen – das Ende von Beschaffungskriminalität und hoffentlich Gewalt.“

Für Leser Marcel Middelhoff wäre eine Vertreibung der Szene keine Lösung. „Wenn man konsequent den Bremer Platz ‚aufräumen‘ würde, verteilen sich die Personen auf andere Orte“, kommentiert Middelhoff.

Stadt soll sich der Sache annehmen

Selcuk Balci fordert vor allem, dass die Stadt sich der Sache annimmt: „Entweder bleibt die Szene, da wo sie ist, oder sie geht komplett zum alten Güterbahnhof. In Zukunft wird es mehr Probleme geben, wenn die Ostseite fertig ist. Es sind auch viel mehr geworden, da muss sich die Stadt etwas einfallen lassen.“

Sven Reber glaubt nicht daran, dass sich auf dem Bremer Platz, so wie er jetzt ist, Ordnung schaffen lässt. „Drogenszene und Sicherheit schließen sich aus“, schreibt er. Man werde sich entscheiden müssen, was man wolle. „Entweder Sicherheit oder Szene.“

Unmut über den Status Quo

Martina Woithe meint, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. „Die Szene wurde seit jeher akzeptiert. Wozu das geführt hat, sieht man jetzt.“

„Der Bremer Platz ist ein Schandfleck“, äußert Daniel Staubermann seinen Unmut über den Status Quo. Sein Vorschlag: „Am besten den ganzen Platz abreißen und schöne Wohnungen für Münsteraner bauen.“

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