Gestohlene Briefe gefunden
Rund 300 Geldbriefe aufgeschlitzt

Münster -

Die Polizei fahndet aktuell nach einem Briefschlitzer, der mindestens 300 Briefe geöffnet und offensichtlich auch den Inhalt entwendet haben soll. Ein Kasten mit den Briefen wurde an der Siemensstraße gefunden.

Mittwoch, 03.10.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 03.10.2018, 12:54 Uhr
 
  Foto: hpe

Der Geburtstag der Freundin, die weit entfernt studiert. Die Anteilnahme an der Trauer des Verstorbenen, die Aufmerksamkeit für das Patenkind oder das Geschenk zum Geburtstag: ­Bargeld wird noch immer gern im Briefumschlag verschickt – kommt aber nicht immer an.

Die Polizei fahndet aktuell in Münster nach einem „Briefschlitzer“, der mindestens 300 Danksagungs-, Trauer- und Einladungs­briefe geöffnet und in vielen Fällen offenbar auch das in den Umschlägen befindliche Bargeld entwendet hat.

Wie die Sache ans Licht kam

Anfang August entdeckte ein Passant auf der Siemensstraße einen unscheinbaren Karton am Wegesrand, in dem Behälter lag eine Vielzahl an geöffneten Briefen. Sie waren ordnungsgemäß frankiert, aber noch nicht abgestempelt.

Polizeisprecher Andreas Bode: „Die Briefe wurden zwischen dem Einwurf in den Postkasten und der ­Abstempelung im Verteilzentrum gestohlen und nach Bargeld durchsucht. Mög­licherweise wurden sie auch aus einem Fahrzeug der Post entwendet.“

Polizei informiert Absender

Die Kriminalpolizei hat jetzt alle Absender der geöffnet gefundenen Briefe an­geschrieben. Die Umschläge werden zudem spurentechnisch untersucht. Laut Polizei sind neben den rund 60 Briefen, die in dem Karton deponiert waren, noch deutlich mehr Fundbriefe aufgetaucht und bei der Post gemeldet worden. Bode: „Wir gehen von rund 300 Briefsendungen aus“. Wie hoch die Schadens­summe ist, kann erst gesagt werden, wenn alle Geschädigten sich gemeldet haben.

Haftet die Post?

Die Post haftet nur und lediglich maximal in einer Höhe von 100 Euro, wenn ­Bargeld in einem Wert-Brief versandt wird. Werden mehr als 100 Euro versandt und geht der Brief verloren, gibt es gar keine Erstattung. ­Weder bei Standardbriefen noch bei Einschreiben ist beiliegendes Bargeld ver­sichert.

Post-Pressesprecher Dieter Pietruck will zur Größenordnung des Schadensfalls aktuell noch keine Angaben machen, weil die Nach­forschungen noch in vollem Gange seien. „Wir ermitteln gemeinsam mit der Polizei mit Hochdruck", so Pietruck.

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