„Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder“ gegründet
Den Anwohnern reicht es

Münster-Coerde -

Zu viel Durchgangsverkehr und zu viel Industrie - die Anwohner des Hessenwegs und der Coermühle sehen in den Rieselfeldern, die als Vogelschutzgebiet vielen bedrohten Tierarten eine Heimat bieten, den Naturschutz massiv gefährdet. Deswegen haben sie die neue "Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder" gegründet.

Freitag, 05.10.2018, 19:15 Uhr aktualisiert: 05.10.2018, 19:22 Uhr
„Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder“ gegründet: Den Anwohnern reicht es
Nicht nur Graugänse sind in den Rieselfeldern beheimatet. Unzählige Wat- und Wasservögel finden in Münsters Norden einen einzigartigen Lebensraum. Foto: Oliver Werner

Besonders dann, wenn die Straßen in der Innenstadt voll sind, schlängeln sich unzählige Autos, nicht selten mit überhöhter Geschwindigkeit, durch die schmalen Straßen. Sogar große LKWs schieben sich mit viel Lärm durch die engen Kurven. Das klingt nicht unbedingt nach einer erholsamen Gegend – sollte es aber sein.

Rieselfelder sind Vogelschutzgebiet

Denn die Rede ist von den Rieselfeldern, einem Vogelschutzgebiet, das zahlreichen bedrohten Tierarten eine Heimat bietet. Die Belastung der Natur durch den anhaltenden Durchgangsverkehr ist den Anwohnern der Coermühle und des Hessenwegs ein Dorn im Auge. Nach mehreren Demonstrationen und Gesprächen mit der Politik hat sich der Unmut über die Gefährdung der empfindlichen Natur nun angestaut. Vor einer Woche wurde deswegen die „Bürgerinitiative zum Schutz der Rieselfelder“ gegründet.

Das will die Bürgerinitiative

Ziel der Bürgerinitiative sei es, die Rieselfelder „vor den gegenwärtigen wie zukünftigen Gefährdungen wirklich effektiv zu schützen“, heißt es in der ersten Pressemitteilung der neuen Gruppierung. Dabei kritisieren die engagierten Bürger nicht nur den gewöhnlichen Durchgangsverkehr. Man will besonders gegen Raser und LKW-Fahrer vorgehen, die laut Beobachtung der Anwohner trotz eines Durchfahrtsverbotes wieder und wieder den Weg durch das Schutzgebiet wählen.

Doch damit nicht genug: Die Bürger befürchten, dass der geplante Umzug der Westfalen-AG an den Hessenweg sowie die Ansiedlung eines Paket-Zustellungszentrums (wir berichteten) die Lage drastisch verschlechtern. Vor allem die mögliche Lagerung teils toxischer Gase am Hessenweg in unmittelbarer Nähe zum Vogelschutzgebiet bereitet den Anwohnern Kopfzerbrechen.

Stadt Münster in der Kritik

Seitens der Stadt Münster heißt es, „mögliche Gefahren müssen abgeschätzt, Sicherheitsabstände ermittelt, und auch der Schutz des Vogelschutzgebiets gewährleistet werden.“ Die Bürgerinitiative ist jedoch der Ansicht, dass sich die Stadt nicht ausreichend um ebendiesen Schutz von Tier und Natur kümmert. „Früher gab es in den Rieselfeldern sogar Schranken um Durchgangsverkehr zu verhindern. Heute wird höchstens ein Schild, das auf die Krötenwanderung hinweist, aufgestellt. Und die Leute fahren trotzdem noch viel zu schnell“, bemängelt Bodo Kensmann, einer der Initiatoren. „Immer wieder finden wir tote Vögel auf den Straßen. Wir fühlen uns durch die Politik nicht gut vertreten.“

Um die Rieselfelder vor Verkehr und Industrie zu schützen, wollen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative deswegen zusammentun und über geeignete Maßnahmen diskutieren. „Wir möchten einen Weg finden, gemeinsam mit den Parteien bessere Lösungen für den Naturschutz zu erarbeiten“, so Kensmann.

Da die Initiative in diesem Rahmen offen für neue Vorschläge und Ideen ist, sind alle am Naturschutz interessierten Bürger eingeladen, daran mitzuwirken. Ein erstes Treffen findet am nächsten Freitag (2. November) um 19 Uhr im Seminarraum des Rieselfeldhofes (Coermühle 100) statt.

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