Kinder-Uni
„Laser verstehen du wirst“

Münster -

Die Laserschwerter bei Star Wars sind wenig wahrheitsgetreu. Das hat Prof. Dr. Timo Betz bei der Kinder-Uni dem Nachwuchs eindrucksvoll beweisen. Und gleichzeitig erklärt, welche Bösewichte man mit Lasern noch so bekämpfen kann.

Freitag, 05.10.2018, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Timo Betz (r.) vom Exzellenzcluster „Cells in Motion“ erklärt dem Forscher-Nachwuchs während der Kinder-Uni im H1, wie Laser funktionieren. Sein Sohn Emil (sitzend) hatte extra zu diesem Zwecke ein Mikroskop aus Lego gebaut.
Prof. Dr. Timo Betz (r.) vom Exzellenzcluster „Cells in Motion“ erklärt dem Forscher-Nachwuchs während der Kinder-Uni im H1, wie Laser funktionieren. Sein Sohn Emil (sitzend) hatte extra zu diesem Zwecke ein Mikroskop aus Lego gebaut. Foto: Pjer Biederstädt

„Bist du auch Star Wars Fan?“, fragt ein sichtlich aufgeregter Junge am Freitagnachmittag seinen Sitznachbarn im Hörsaal 1, kurz bevor Prof. Dr. Timo Betz die „Vorlesung“ der Kinder-Uni zum Thema Laser beginnt. „Klar“, erwidert der andere Junge. Kurzes Abklatschen zweier Brüder im Geiste, dann richten sich ihre Blicke nach vorne.

In den ersten drei Minuten ist von Star Wars aber noch nichts zu hören. Der Biophysiker vom Exzellenzcluster Cells in Motion erklärt erst einmal, was ein Biophysiker überhaupt ist. Biologie? Klar, das wissen die Acht- bis Zwölfjährigen. Und Physik? „Das ist ein Fach, das man am Gymnasium hat“, ist sich ein Mädchen ziemlich sicher. Dieser zweifelsohne richtigen Erklärung fügt Betz noch das eine oder andere Detail an – dann kommen endlich die Laserschwerter.

Mehl auf den Laserstrahl

Und siehe da, die Filmemacher werden im Nu als Lügner entlarvt. „Den Laser sieht man gar nicht“, ruft ein Junge aus den diesmal nicht so prall gefüllten Reihen des H1 nach vorne. „Richtig“, sagt Betz und streut etwas Mehl über den Laserstrahl, damit die Kinder doch etwas sehen können.

Nächster Versuch, nächster Schwindel aufgedeckt: Wenn die Jedi-Ritter gegen die Sith kämpfen, „dann machen die Schwerter so wusch“, wie ein Junge richtig bemerkt. Doch macht der Laser wirklich Geräusche? Betz beweist das Gegenteil. Und dann ist da noch das Problem mit der Länge der Kultwaffen-Klinge. „Eigentlich ist ein Laserstrahl unendlich lang“, erklärt Betz.

Mikroskop aus Lego und Handylinse

Kurz bevor die kleinen Fans völlig enttäuscht sind von den eigentlich verehrten Laserschwertern erklärt Betz, was man wirklich mit den elektromagnetischen Wellen machen kann. Denn auch der Biophysiker nutzt Laser, um Bösewichte zu bekämpfen, zum Beispiel die Krankheit Krebs. Dafür hat er im Labor ein Mikroskop. Das konnte er aber nicht mitbringen – „zu schwer, zu teuer“. Also hat sein Sohn Emil eines aus Lego, einem Lupenglas und einer Handylinse gebaut. Die Kinder können damit die Krebszellen sehen, während Betz erklärt, wie er im Labor mit einer optischen Pinzette aus Laserlicht die Zellen festhält oder verformt.

Am Ende gibt es doch noch Versöhnliches für die Sternenkrieger-Freunde: Die Macht, also die metaphysische Kraft aus dem Film, die etwas bewegen kann, ohne dass es angefasst wird, gibt es wirklich. „Fast so wie im Film“, sagt Betz. Aufatmen bei den Star Wars Fans.

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