Anna Telbukh malt wunderbare Münster-Bilder in der Friedenskapelle
Sekundenschnelle Sandkunst

Münster -

Anna Telbukh malt ihre Bilder mit den Fingern in feinem Sand auf eine von unten beleuchtete Glasplatte. Über der Glasplatte befindet sich eine Videokamera, die die Bilder live auf eine große Leinwand überträgt. Dazu ertönt Musik vom Band. Am Freitagabend feierte ihre Show „Münster in Sand gemalt“ Premiere in der Friedenskapelle.

Sonntag, 07.10.2018, 16:54 Uhr
Künstlerin Anna Telbukh malte Münster-Szenen in Sahara-Sand und genoss abschließend den Applaus, den das Publikum in der Friedenskapelle spendete.
Künstlerin Anna Telbukh malte Münster-Szenen in Sahara-Sand und genoss abschließend den Applaus, den das Publikum in der Friedenskapelle spendete. Foto: Heike Eickhoff

Gregor Leinweber, Veranstalter der Show, erklärte in seiner Begrüßung, dass nur „feinster Sahara-Sand“ verwendet werden könne und Anna Telbukh „täglich vier bis zehn Stunden“ ihre Kunst trainiere. Für die Show „Münster in Sand gemalt“ habe sie mehrere Monate die Stadt studiert.

Dann begann die junge Künstlerin, mit feinem Kamm, Haarspray, Pinsel und Schwämmchen. Nach wenigen Sekunden schon erschienen ganz deutlich die Umrisse der Lambertikirche auf der Leinwand. Ein flotter Wisch, dann verschwand sie wieder, und die Türmerin erschien, ebenfalls in Sand gemalt, mit dem Tute-Horn in der Hand. Irgendwann hörten die Zuschauer sogar die Signale der Türmerin, zugespielt wie die Musik. Ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt Münster, gesehen aus der Perspektive des Postkartenmalers, reihte sich in der Folge des Abends ans andere: Paulus-Dom, Wochenmarkt, Historisches Rathaus, Westfälischer Friede, das Picasso-Mosaik und der Kiepenkerl. Hübsch gezeichnet, liebevoll die Konturen in ­reduzierter Form wieder­ gebend, Schattierungen durch dickere Sandschichten be­tonend. Das Antiquariat Wilsberg fehlte nicht, ebenso sah man Götz Alsmann mit markant nach oben frisiertem Haar beim Flanieren auf dem Prinzipalmarkt.

Nach der Pause folgten Hafenfest, der Allwetterzoo mit niedlich runden Tieren und das Naturkundemuseum. Auch der schwarze Schwan Petra, der einst das weiße Schwanen-Tretboot so sehr mochte, war vertreten. Oft ließ Telbukh eine Person im Vordergrund stehen, wenn sie ein Bild wegwischte, und begann das neue Bild mit dieser Person. Manchmal verwandelte sie auch die Fassade des einen Gebäudes mit ein paar flotten Handbewegungen in das nächste. So schuf sie blitzschnell Anschlüsse und Übergänge.

Die münstersche Promenade, einige herausragende Objekte der Skulptur-Projekte, natürlich auch das Schloss und der Send vervollständigten die unterhaltsame Show. Live-Musik hätte Anna Telbukhs Darbietung dabei sicher zusätzlich beleben können, hätte auch Möglichkeiten zu Interaktion geboten. So wurden die hübschen kleinen Bilder meist nur von weichen Klängen aller Art umspült.

Zum Thema

Bis zum 21. Dezember ist die Sand-Malerin Anna Telbukh noch zu verschiedenen Terminen in der Friedenskapelle zu Gast und malt Münster in Sand..

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