Stadt will Breitband-Ausbau im Außenbereich vorantreiben
Millionen-Paket für Digitalisierung

Münster -

Wer in Münsters Außenbereichen wohnt, guckt teilweise beim schnellen Internet in die Röhre. Die Stadt will das mit einem millionenschweren Paket ändern.

Montag, 08.10.2018, 06:50 Uhr aktualisiert: 08.10.2018, 06:52 Uhr
Wolfgang Heuer
Wolfgang Heuer Foto: Oliver Werner

Die Stadt will die Versorgungslücken im Breitbandnetz insbesondere in den deutlich unter­versorgten Außenbereichen Münsters bis zum Jahr 2022 schließen. Dafür sollen 35 Millionen Euro in den Glasfaser-Ausbau für schnelles Internet investiert werden. Zehn Prozent dieser Summe will die Stadt selbst beisteuern, 90 Prozent sollen aus entsprechenden Fördertöpfen von Bund und Land fließen.

Diesen Vorschlag macht der zuständige städtische Dezernent Wolfgang Heuer für die Ratssitzung am kommenden Mittwoch. Damit werde „ein weiterer Meilenstein für die Digitalisierung Münsters gesetzt“, erklärte der Stadtrat gegenüber unserer Zeitung. Konkret ver­fügen in Münster rund 2200 Wohn- und 110 Ge­werbeadressen – dahinter stehen zahlenmäßig deutlich mehr Privathaushalte, Firmen und Einrichtungen – über kein schnelles Internet – und haben in den kommenden drei Jahren auch keine Aussicht darauf. Das hat das von der Stadt be­auftragte Beratungsunternehmen Micus ermittelt.

Unverzichtbarer Standortfaktor

Weil sich die Anbindung dieser zumeist am Stadtrand und in den Außenbereichen gelegenen Adressen bisher als unwirtschaftlich darstellt, ergreift die Stadt nun die Initiative. Mit 3,5 Millionen Euro eigenem Geld und 31,5 Millionen eingeplanten Fördergeldern soll den betroffenen Bürgern der „Zugang zu zeitgemäßer Internet-Infrastruktur“ ermöglicht werden. Breitband sei gerade für periphere länd­liche Räume ein unverzichtbarer Standortfaktor, heißt es in der Verwaltungsvorlage unter Verweis auf die viel­fältigen und weiter wachsenden Online-Angebote.

„In Verbindung mit der laufenden Ausbauoffensive von privaten Providern, Stadtwerken und der Stadtverwaltung treiben wir die schnelle Datenautobahn für Münster einen weiteren großen Schritt voran“, ordnet Heuer die jetzt geplante Maßnahme ein. Die Bauarbeiten sollen von 2019 bis 2022 laufen. „Am Schluss profitieren alle von der verbesserten digitalen Infrastruktur – egal ob Bürger, Unternehmen, Lernende oder Behörden“, betont der städtische Dezernent.

Fördermittel nach „Windhund-Prinzip“

Mit der finanziellen Unterstützung der öffentlichen Hand soll der Netzausbau für private Anbieter attraktiv gemacht werden. Im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens wird den Plänen zufolge ein Anbieter für die Umsetzung ausgewählt, in dessen Eigentum dann auch das Leitungsnetz fällt. Allerdings ist nach Angaben der Stadt ein offener Netzzugang gewährleistet, sodass alle Provider „ihre individuellen Dienstleistungen vermarkten können“. Das erhöhe die Auslastung des Netzes und reduziere die Baustellen, heißt es in der Vorlage.

Allerdings steht die Stadt zeitlich durchaus unter Druck: Da die Bewilligung der Fördermittel nach dem „Windhund-Prinzip“ erfolge, sei eine zügige Antrag­stellung geboten. Und noch etwas stellt Heuer ab­schließend fest: Der für die Genehmigung und Kontrolle der Baumaßnahmen auf öffentlichen Flächen entstehende Aufwand könne nicht mit der derzeitigen Personalausstattung der Ämter geleistet werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6106608?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker