Sekundarschule Roxel
Gesamtschule auf dem Wunschzettel

Münster-Roxel -

Die Ratsfraktion der münsterischen SPD macht sich dafür stark, die Friedensreich-Hundertwasser-Schule auslaufen zu lassen. Am Roxeler Schulcampus soll nach Ansicht der Sozialdemokraten eine neue Schule gegründet werden.

Montag, 08.10.2018, 20:00 Uhr
Roxels Schulcampus an der Tilbecker Straße könnte demnächst zum Standort einer dritten städtischen Gesamtschule werden. Dafür machen sich die SPD-Ratsmitglieder (kl. Foto, v.l.) Michael Kleyboldt, Doris Feldmann und Philipp Hagemann stark.
Roxels Schulcampus an der Tilbecker Straße könnte demnächst zum Standort einer dritten städtischen Gesamtschule werden. Dafür machen sich die SPD-Ratsmitglieder (kl. Foto, v.l.) Michael Kleyboldt, Doris Feldmann und Philipp Hagemann stark. Foto: kbö / sch

„Ich kenne viele, die in Roxel gerne ihr Abitur machen würden . . .“ SPD-Ratsherr Philipp Hagemann hat keinerlei Zweifel daran, dass es längst überfällig ist, aus der beständig kränkelnden Roxeler Sekundarschule eine Gesamtschule zu machen. Einen entsprechenden Antrag werden die münsterischen Sozialdemokraten am morgigen Mittwoch in die Ratssitzung einbringen. Sie fordern die Gründung einer dritten städtischen Gesamtschule, die sie in Roxel ideal angesiedelt sehen.

Gesamtschule für den Westen Münsters

Es gebe je eine Gesamtschule im Osten Münsters und in der Stadtmitte. Eine weitere im münsterischen Westen werde sich gut in die hiesige Schullandschaft einfügen, sagt Hagemann. Dies mache insbesondere auch deshalb Sinn, da der Stadtbezirk West der am schnellsten wachsende sei, und es dort schon jetzt großen Bedarf an Gesamtschulplätzen gebe.

Viele abgelehnte Schüler

Bei einem Pressegespräch, an dem neben Hagemann auch dessen Ratskollegen und Schulexperten Doris Feldmann und Michael Kleyboldt teilnahmen, bedauerten die Sozialdemokraten, dass viele Kinder aus Münsters Westen im Unterrichtsjahr 2017 / 18 keinen Platz an einer der münsterischen Gesamtschulen erhalten hätten. Unter den 241 abgelehnten Schülern seien 24 aus Gievenbeck, zwölf aus Mecklenbeck und neun aus Roxel gewesen. Neubauaktivitäten im Stadtbezirk und die Konversion der Gievenbecker Oxford-Kaserne würden die Situation künftig weiter verschärfen, eine nachhaltige Weiterentwicklung der münsterischen Schullandschaft sei erforderlich, hieß es.

Sekundarschule unbeliebt bei Eltern

Da der Sekundarschule – sie heißt seit dem Jahr 2017 „Friedensreich-Hundertwasser-Schule“ – trotz des beeindruckenden Engagements ihres Kollegiums die notwendige Akzeptanz der Elternschaft versagt geblieben sei, sprechen sich die Sozialdemokraten für die Gründung einer weiteren Gesamtschule aus: „Eine ganz neue Schule soll entstehen, auf einem vorhandenen und gut ausgestatteten Schulcampus.“ Diese müsse – anders als die Sekundarschule – auch eine gymnasiale Oberstufe anbieten.

Laut Michael Kleyboldt stehen die Chancen für die notwendige Zustimmung der Bezirksregierung gut. Zumal der Fortbestand der Anne-Frank-Gesamtschule im benachbarten Havixbeck mittlerweile gesichert sei. Sie habe in Billerbeck sogar einen Zweitstandort eröffnet.

Sekundarschulrektor unterstützt SPD-Idee

Unterstützung für den Vorschlag der SPD gibt es von Reiner von Borzyskowski. Der Bedarf für eine weitere Gesamtschule sei auch aus seiner Sicht vorhanden, unterstreicht der Sekundarschulrektor. Der großzügige Schulcampus an der Tilbecker Straße biete dafür ideale Voraussetzungen: „Die vorhandene Infrastruktur ist super.“ Eine neue Schule könne sofort starten.

Jetzt schon beste Voraussetzungen

Genau das meint auch Philipp Hagemann: Angefangen von der eigenen Mensa über die Sportstätten bis hin zum Hallenbad sei eigentlich alles da, was man für den Betrieb einer Gesamtschule brauche. Roxels Schulcampus biete beste Voraussetzungen.

Egal, von welcher Partei Vorschläge zur Verbesserung der Situation rund um die Sekundarschule gemacht würden – er begrüße es, wenn von der Politik im Hinblick auf den Schulstandort Roxel zielführende Entscheidungen getroffen würden, unterstreicht Reiner von Borzyskowski. Gebe es ein Votum, dort eine Gesamtschule zu etablieren, dann müsse im Laufe des weiteren Verfahrens aber auch geklärt werden, ob die Sekundarschule auslaufend gestellt werde oder ob deren Schüler kurzerhand zu Gesamtschülern erklärt würden.  

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