Umfrage zum Grippe-Schutz alarmiert
Die Deutschen sind nach wie vor impfmüde

Münster -

Die Grippe hat im vergangenen Winter mächtig zugeschlagen. Dennoch sind die Deutschen laut einer Umfrage der Bundeszen­trale für gesundheitliche Auf­klärung impfmüde. Laut Experten lässt sich die nächste Grippewelleso kaum verhindern.

Dienstag, 09.10.2018, 16:02 Uhr aktualisiert: 09.10.2018, 21:51 Uhr
Kleiner Piks, große Wirkung
Kleiner Piks, große Wirkung Foto: dpa

Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die nächste Grippe-Welle. Dennoch sind die Deutschen offenbar impfmüde. Nach ei­ner Umfrage der Bundeszen­trale für gesundheitliche Auf­klärung (BZgA) unterschätzt fast jeder Zweite den Nutzen des Grippeschutzes. Selbst in Risikogruppen wie Senioren oder medizinisches Personal betrage die Impfquote nicht mehr als 30 bis 40 Prozent, teilt das BZgA weiter mit.

Impfquote müsste deutlich höher sein

Ein viel zu geringer Wert, meint der Virologe Stephan Ludwig vom Uni-Klinikum Münster. Um eine Grippewelle bestmöglich zu verhindern, müssten 65 bis 70 Prozent der Bevölkerung ge­gen die Influenza geimpft sein. Der Hauptgrund für die laxe Haltung sei die fälschliche Annahme, „dass die Grippe keine besonders schwere Krankheit ist“, erklärt BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss.

Im vergangenen Winter schlug die Influenza mit Macht zu. Über 330 000 Menschen erkrankten, knapp 60 000 mussten in Krankenhäusern behandelt werden, nachweislich 1600 star­ben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) an der Virus-Infektion. Fast 90 Prozent der Verstorbenen waren mindestens 60 Jahre alt und gehörten damit zu einer der Risikogruppen. Dazu zählen Ältere, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Ihnen legt die Ständige Impfkommissi­on am RKI die Impfung besonders nah.

Flächendeckener Schutz kann beginnen

Im Namen aller Krankenkassen hat die AOK Nordwest mitgeteilt, dass der flächendeckende Grippe-Impfschutz in NRW jetzt beginnen kann. Anders als im vergangenen Winter steht in dieser Saison für alle der hochwertige 4-fach-Impfstoff zur Ver­fügung, so Virologe Ludwig. Die Kostenübernahme ist nicht einheitlich geregelt. Fest steht: „Für die Risikogruppen übernehmen alle Krankenkassen die Impfung mit dem 4-fach-Präparat“, sagte Sigrid Averesch-Tietz vom Verband der Ersatzkassen.

Für die Risikogruppen übernehmen alle Krankenkassen die Impfung mit dem 4-fach-Präparat.

Sigrid Averesch-Tietz, Verband der Ersatzkassen

Für alle Selbstzahler: Die Impfung kostet nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe maximal 35 Euro.

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