Luftangriff der Alliierten
Vor 75 Jahren: Münster im Bombenhagel

Münster -

Vor genau 75 Jahren, am 10. Oktober 1943, erlebte Münster einen der schwersten Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges. Innerhalb von nur 15 Minuten warfen die Alliierten rund 20.000 Bomben ab. Die Innenstadt glich danach einem Trümmerfeld.

Mittwoch, 10.10.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 14.10.2018, 14:35 Uhr
Luftangriff der Alliierten: Vor 75 Jahren: Münster im Bombenhagel
Mehr als 20 000 Bomben wurden am 10. Oktober 1943 über Münster abgeworfen. Die Altstadt glich danach einem Trümmerfeld, wie dieses vom Turm der Lambertikirche in Richtung Prinzipalmarkt aufgenommene Foto zeigt. Foto: Stadt Münster

Heute vor 75 Jahren erlebte Münster einen der schwärzesten Tage seiner Geschichte. Am 10. Oktober 1943, einem Sonntag, tauchten um 15.03 Uhr Hunderte amerikanische Flieger über der Stadt auf. Innerhalb von nur 15 Minuten warfen sie mehr als 20.000 Bomben ab.

Dieser Angriff war nicht der erste, den Münster seit dem Kriegsausbruch 1939 erlebte – er war allerdings der erste, der tagsüber erfolgte, und einer der verheerendsten. Mindestens 670 Menschen kamen ums Leben, die Altstadt glich nach Ende des Bombardements einem Trümmerfeld. Der Dom wurde fast vollständig zerstört, rund 40 Großbrände loderten noch Tage später.

Vom Bombenangriff überrascht

Der Bischof von Münster, der spätere Kardinal Clemens August Graf von Galen, wurde von dem Angriff bei den Vorbereitungen für den Nachmittagsgottesdienst überrascht. „In seinem Haus rettete er sich unter einen Türsturz, während links und rechts die Mauern des Bischöflichen Palais zusammenbrachten“, berichtet Prof. Dr. Thomas Flammer vom Institut für die Geschichte des Bistums. Danach sei der Bischof über ein Holzbrett aus dem Schuttberg gerutscht und in kurzen Hosen zur Löschung des Doms geeilt.

Zu den Zeitzeugen des Angriffs gehört der frühere Weihbischof Friedrich Ostermann. „Wir wollten spazieren gehen, dann gab es Alarm, und schon fielen die ersten Bomben“, erinnert sich der 86-Jährige. „Es stand dicker Rauch über der ganzen Stadt.“

Es stand dicker Rauch über der ganzen Stadt.

Weihbischof Friedrich Ostermann

„Der 10. Oktober 1943 wird in Münster dauerhaft mit dem Grauen des Krieges verbunden bleiben“, sagt Dr. Axel Schollmeier vom Stadtmuseum. Zugleich betont er, dass an diesem Tag auch die Alliierten hohe Verluste erlitten – und zudem viele Menschen in Coesfeld und Enschede starben. Dort hatten die Amerikaner wegen eines Navigationsfehlers einen Teil der Bombenlast abgeworfen.

Kriegsende: 90 Prozent der Stadt zerstört

Münster war danach eine Trümmerwüste. Dennoch erlebte die Stadt bis Kriegsende noch viele weitere alliierte Fliegerangriffe, allein 46 zwischen September 1944 und März 1945. Bei Kriegsende war Münster zu fast 90 Prozent zerstört – und in der Innenstadt lebten nur noch 17 Familien.  

Erinnerung an den 10. Oktober 1943

Ein Glockenspielkonzert zum Mitsingen findet heute um 12.05 Uhr am Stadthausturm statt. Im Dom beginnt um 18 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet. Im Stadtmuseum spricht Dr. Alfred Pohlmann um 16.30 Uhr über die Bombardierung. Am Samstag (13.30 Uhr) gibt es eine Domführung.

...

Der Prinzipalmarkt - damals und heute

Der Aegidiimarkt - damals und heute

Der Hauptbahnhof - damals und heute 

Die Maximilianstraße - damals und heute

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6111780?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker