Unsicherheit in Betrieben wird ausgenutzt
IHK warnt vor Masche mit Datenschutz

Münster -

Firmen, die derzeit ein Fax von einer angeblichen Datenschutzauskunft-Zentrale erhalten, sollten die Finger davon lassen. Die IHK verweist auf eine neue Betrugsmasche, mit der gezielt die Unsicherheit in den Betrieben beim Thema Datenschutzgrundverordnung ausgenutzt werden soll.

Dienstag, 09.10.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2018, 20:24 Uhr
Unsicherheit in Betrieben wird ausgenutzt: IHK warnt vor Masche mit Datenschutz
 Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen rät zur Vorsicht bei eingehenden Fax-Nachrichten, die zurzeit von einer angeblichen Datenschutzauskunft-Zentrale versandt werden Foto: hbm

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen rät zur Vorsicht bei eingehenden Fax-Nachrichten, die zurzeit von einer angeblichen Datenschutzauskunft-Zentrale versandt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Betroffenen werden darin aufgefordert, ein vorausgefülltes Formular mit ihren Daten zu ergänzen und per Fax zurückzusenden. „Den Unternehmen wird suggeriert, dass die Erfassung der Gewerbebetriebe dem Basisdatenschutz nach der europäischen Datenschutz-Grundverordnung dient und gesetzlich verpflichtend ist“, berichtet Dr. Jochen Grütters, Leiter der IHK-Rechtsabteilung.

Jahresbeitrag von 498 Euro

Erst im Kleingedruckten verberge sich ein Hinweis auf einen jährlichen Beitrag von 498 Euro mit dreijähriger Laufzeit für ein „Leistungspaket Basisdatenschutz“ mit Informationsmaterial, ausfüllfertigen Mustern, Formularen und Anleitungen zur Umsetzung der Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Grütters kritisiert: „Der Preis ist mit 1494 Euro unverhältnismäßig hoch und nicht klar kommuniziert.“

Bei der IHK haben sich schon mehrere Unternehmen gemeldet, die diese Fax-Mitteilung bekommen haben. „Die Anbieter versuchen die Unsicherheit vieler Betriebe in Bezug auf die Anwendung der neuen Datenschutz-Grundverordnung auszunutzen“, erklärt Grütters. Er rät: „Betroffene, die irrtümlich unterzeichnet haben, sollten sofort die Anfechtung erklären und sich an die IHK oder ihre Berufsverbände wenden.“

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