Mi., 10.10.2018

Wohnungsnot Studenten fordern bezahlbares Wohnen

Mit kreativen Plakaten machten rund 50 Studenten am Mittwochnachmittag auf der Windthorststraße auf die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studenten aufmerksam.

Mit kreativen Plakaten machten rund 50 Studenten am Mittwochnachmittag auf der Windthorststraße auf die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studenten aufmerksam. Foto: Pjer Biederstädt

Münster - 

Für Studenten ist es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu bekommen. Deshalb rief der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) zu einer Demonstration auf. Eine Immobilie würden die Studenten ganz besonders gern für ihre Zwecke nutzen.

Von Pjer Biederstädt

„Wir brauchen Wohnraum statt E-Center“, „Wem gehört die Stadt?“ oder „Ich will ein Zimmer von Dir“ stand auf den Plakaten geschrieben, die die rund 50 Studenten am Mittwochnachmittag zur Demonstration für mehr bezahlbaren Wohnraum mitgebracht hatten.

Unter dem Motto „All we need is Wohnraum“ zogen die Teilnehmer von der Windthorststraße vor dem Hauptbahnhof durch die Stadt bis vor das Schloss. Dort ist der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) ansässig, der zu der Kundgebung aufgerufen hat, um auf die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studierende aufmerksam zu machen.

Entspannung nur vorübergehend

„Weil Wohnheime saniert werden, fallen viele Wohnmöglichkeiten weg“, sagte Luca Horoba, Asta-Referent für Soziales und Wohnen, am Rande der Demonstration. Außerdem laufe der Mietvertrag des Studierendenwerks mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) am Tormin- und Köhlweg aus. Das betreffe, so Horoba, rund 300 Studenten. Am Germania-Campus habe zudem ein Privatinvestor die Kontrakte mit weiteren 130 Studierenden nicht verlängert.

Fotostrecke: Demo für mehr bezahlbaren Wohnraum

Katrin Peter, Sprecherin des Studierendenwerks in Münster, sagte auf Anfrage dieser Zeitung, dass ab nächster Woche etwa 100 Studenten in den Unterkünfte in der Oxford-Kaserne unterkommen könnten. Diese Lösung ist jedoch nur vorübergehend. Und nach Meinung des Asta auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Studentenvertreter fordern, dass aus dem ehemaligen Finanzamt an der Münzstraße ein Wohnheim werden soll. „Es wäre eine einfache und günstige Lösung“, sagte Horoba. Doch der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) weigere sich, so sein Eindruck nach einem Gespräch an einem Runden Tisch mit allen Beteiligten. „Der BLB will an dem Standort lieber eine Behörde unterbringen“, erklärte Horoba. Zuvor war das Gebäude an der Münzstraße bereits als Flüchtlingsunterkunft umgebaut worden. Eine Architekturklasse habe bereits Vorschläge zum Umbau für eine studentische Nutzung gemacht. Demnach könnten dort 120 Menschen wohnen.

Lage auf dem Wohnungsmarkt

Als „angespannt“ bezeichnet Matthias Schäfer, Vorsitzender des Mietervereins Wohn-In, die Wohnungsmarktlage für Studierende. Es würden derzeit zwar viele Ein-Zimmer-Appartements gebaut, aber diese seien für Studenten meist nicht zu finanzieren. Außerdem raubten steigende Mietpreise nach Sanierungen vielen Studenten bezahlbaren Wohnraum. „Es gibt nicht zu wenig Wohnraum, es gibt nur zu wenig bezahlbaren“, sagte Schäfer. In NRW liegt die studentische Warmmiete laut einer aktuellen Erhebung der Studienreihe „Fachkraft 2030“ bei 14 Euro pro Quadratmeter. In Münster kostet studentischer Wohnraum demnach 12,60 Euro pro Quadratmeter und rangiert damit im Mittelfeld.



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