Do., 11.10.2018

Frankfurter Buchmesse Eine Hitler-Biografie neuen Zuschnitts bei Aschendorff

Autor Prof. Dr. Volker Hentschel (r.) mit Aschendorff-Buchverlagsleiter Dr. Dirk F. Paßmann

Autor Prof. Dr. Volker Hentschel (r.) mit Aschendorff-Buchverlagsleiter Dr. Dirk F. Paßmann Foto: Loy

Frankfurt/Main - 

„Dicke Bücher über Adolf Hitler gibt es genug“, so dachte sich der langjährige Mainzer Wirtschafts- und Sozialhistoriker Prof. Dr. Volker Hentschel (74). Jetzt hat er ein dünneres geschrieben: im münsterschen Aschendorff-Verlag.

Von Johannes Loy

„Dicke Bücher über Adolf Hitler gibt es genug“, so dachte sich der langjährige Mainzer Wirtschafts- und Sozialhistoriker Prof. Dr. Volker Hentschel (74). Viele dieser Bücher, so erzählt er am Stand des Verlages Aschendorff auf der Frankfurter Buchmesse, seien als Lebensgeschichte Hitlers etikettiert, dabei gehe es in ihnen aber meist um die Geschichte des Nationalsozialismus oder des Zweiten Weltkriegs.

Auf exakt 248 Seiten hat Hentschel nun das zusammengetragen, was er an Biografischem über Hitler gesammelt hat. Das provokante Ergebnis trägt den Titel: „Wieder nichts Neues über Hitler“. Aber der Buchtitel geht noch kleingedruckt weiter: ... „aber alles, was man über ihn weiß (und wert ist, gewusst zu werden), auf 248 Seiten“.

„Hitler tritt einem nach wie vor als Fremder entgegen“, sagt der Autor. Es sei auch vermessen zu glauben, wir könnten heute mehr über ihn wissen als er selbst. Zumal es ja keine Briefe oder Tagebücher gebe, aus denen man noch etwas Persönliches herausdestillieren könne. „Er war ein ideologisch verblendeter Machtmensch“, resümiert Hentschel. Spätestens 1922/23, so der Autor, standen zwei wesentliche Pfeiler des Hitlerschen Denkens fest: Hitler wollte die Juden vernichten, und er strebte für Deutschland Lebensraum im Osten an. „Im Grunde ist Hitler nicht mit menschlichen Maßen zu messen“, so Hentschel. Er könne auch nicht mit Kategorien wie der „Banalität des Bösen“ skizziert werden. Dazu sei er „zu monströs“.

Der Verlag Aschendorff, für seine theologischen und historischen Publikationen und Reihen bekannt, ist unter der Leitung von Dr. Dirk F. Paßmann auf der Buchmesse auch mit jenen Titeln präsent, die den Verlag in der Region kennzeichnen. Das Jahrbuch Westfalen 2019 liegt vor, der jüngste Katholikentag wurde in einem Fotoband blitzschnell zusammengefasst, aktualisierte Bild- und Textwerke über Münster und das Münsterland werden gerade zur Weihnachtszeit wieder ihr Lesepublikum finden.



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