Do., 11.10.2018

Wetterballon in die Stratosphäre geschickt Pascal-Schüler blicken ins All

Spektakuläre Fotos machte die Kamera des Wetterballons, hier in etwa 5100 Metern Höhe. Nachdem er geplatzt war, schwebte die Sonde am Fallschirm mit den gesammelten Daten zurück auf die Erde. Die Flugroute ging von Münster Richtung Gronau bis in die Nähe von Nordhorn, wo die Schüler die Sonde per GPS ausfindig machten.

Spektakuläre Fotos machte die Kamera des Wetterballons, hier in etwa 5100 Metern Höhe. Nachdem er geplatzt war, schwebte die Sonde am Fallschirm mit den gesammelten Daten zurück auf die Erde. Die Flugroute ging von Münster Richtung Gronau bis in die Nähe von Nordhorn, wo die Schüler die Sonde per GPS ausfindig machten. Foto: Stratoflights

münster - 

Im Zuge eines Physik-Schulprojekts ließen Schüler des Pascal-Gymnasiums einen Wetterballon auf über 36 Kilometer Höhe steigen. Von dort schwebte die selbst gebaute Ballonkapsel mit Fallschirm zurück zur Erde und sammelte während des Fluges Daten.

Von Arndt Zinkant

Bei 36 600 Metern Höhe platzte wie geplant die „Bombe“, beziehungsweise der Wetterballon, den die Schüler des Pascal-Gymnasiums hoch bis in die Stratosphäre aufsteigen ließen. Die Fracht des Ballons – Sensoren und eine Kamera – schwebte an einem Fallschirm zurück auf die Erde, zusammen mit den gesammelten Daten: unter anderem zu Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Temperatur.

Physik zum Anfassen war das, weshalb sich die teilnehmenden Schüler auch gemeldet hatten. „Einfach mal die Praxis sehen!“, schwärmte einer. Die Aktion fand im Rahmen der Themen- und Fahrtenwoche statt und wurde ermöglicht von der Firma „Stratoflights“. Das Start-Up-Unternehmen schickt regelmäßig Wetterballons in die Stratosphäre und lässt von dort Bilder und Daten senden.

Erlaubnis der Luftfahrtbehörde erforderlich

Auch für eine Fernseh-Wissenschaftsshow waren sie bereits im Einsatz. Dafür braucht es stets eine Erlaubnis der Luftfahrtbehörde sowie eine Versicherung – „falls doch mal was schiefgehen sollte“, erklärt Marcel Dierig von Stratoflights.

Morgens um 9.30 Uhr war dann auf dem Schulhof des Pascal-Gymnasiums das etwa zehn Meter hohe „Riesending“ aufgestellt. Der Ballon hatte einen Durchmesser von drei Metern und war mit 6000 Litern Helium gefüllt. Aufgrund der immer stärkeren Ausdehnung platzt der Ballon in der gewünschten Höhe.

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Optimales Wetter! Da wird es tolle Fotos aus dem All geben.

Schulleiter und Physiklehrer Ralf Brameier

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„Optimales Wetter! Da wird es tolle Fotos aus dem All geben“, schwärmte Schulleiter und Physiklehrer Ralf Brameier. Er sollte Recht behalten. Er wies auch darauf hin, welchen Bedingungen die Styropor-Box am Rande des Weltalls trotzen musste, die die Schüler selbst gebaut hatten. „Da oben ist es mit 50 Minusgraden lausig kalt!“ In der Box, die zusammen mit dem Wetterballon in die Stratosphäre schwebte, waren die empfindlichen Messgeräte untergebracht.

Und die Ausrüstung ist teuer – umso wichtiger war es, sie per GPS-Signal schnell ausfindig zu machen. Der Flug dauerte zweieinhalb Stunden; die Schüler hatten bereits den Ballonaufschlag (Nähe Nordhorn) berechnet, fanden sofort die Sonde mit ihrem (Daten-)Schatz aus dem All und werden diesen nun zügig auswerten.

Wetterballon im All

Die Stratosphäre ist die mittlere Schicht der Erdatmosphäre, die etwa zwischen elf und 50 Kilometern Höhe liegt. Dort herrschen Temperaturen von minus 50 Grad – entsprechend müssen die empfindlichen Messgeräte und die Kamera geschützt werden. Daher hatten die Schüler aus Styropor selber eine Schutzkapsel gebaut, die an dem Ballon hing. Mit Erfolg: Die Ausrüstung überlebte den Flug, sammelte Daten und schoss Fotos.



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