Fr., 12.10.2018

Ratsfraktion reagiert auf aktuelle Debatte SPD: „Stadion in Bösensell hat eine faire Prüfung verdient“

Das alte Preußenstadion, hier ein Archivfoto, könnte im Falle eines ­Umzugs einem Wohngebiet weichen, so die SPD.

Das alte Preußenstadion, hier ein Archivfoto, könnte im Falle eines ­Umzugs einem Wohngebiet weichen, so die SPD. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Ein neues Preußen-Stadion in Bösensell? Am Donnerstag hat die SPD-Ratsfraktion in Münster Stellung bezogen zu der aktuellen Debatte. Hier die Details:

Von Klaus Baumeister

„Die Pläne des SC Preußen zum Bau eines ­Stadions in Senden-Bösensell haben eine faire Prüfung verdient.“ Mit diesen Worten kommentiert der münsterische SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung die aktuelle Debatte. „Wir erwarten, dass Oberbürgermeister Lewe uns eine geeignete Entscheidungsgrundlage bietet.“

Seit Jahren wird über ein neues Stadion diskutiert. Weil der Traditionsclub am bisherigen Standort keine Entwicklungschancen mehr sieht, steht jetzt der Standort Bösensell im Fokus – aber auch in der Kritik.

Interesse an Wohnbebauung

Gleichwohl bietet die neuerliche Offerte der Preußen, ein Stadion inklusive aller Nebenplätze in Bösensell errichten zu wollen, nach SPD-Lesart die Chance, das alte Areal an der Hammer Straße komplett für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. „Eine vergleichbar große Fläche mit einer­ derart guten Anbindung an die Stadt findet man sonst nirgendwo“, schwärmt Jung. Den gleichen Vorschlag hatte die SPD auch bereits unterbreitet, als noch die Option eines Stadionneubaus in Münster selbst im Raum stand. Dies hat das schwarz-grüne Ratsbündnis inzwischen ausgeschlossen.

Übersicht: Chronologie: Überblick: Die Preußen und ihr Stadion

Auch der SPD-Sport­politiker Philipp Hagemann kann einer Verlagerung sämtlicher Plätze viel abgewinnen, weil der Trainingsbetrieb – auch für die sehr erfolgreichen Jugendmannschaften – an der Hammer Straße derzeit nur eingeschränkt möglich sei. Ziel der Preußen müsse die Errichtung eines Jugendleistungszen­trums sein. Ganz abgesehen davon stünden private Investoren für den Stadionbau „nur ab einer Kapazität von 30.000 Zuschauern“ zur Verfügung. Das sei an der Hammer ­Straße nicht zu leisten.

Kritik am aufgebauten Zeitdruck

Nach den Plänen des ­Preußen-Vorstandes soll das Stadionareal nahe der A 43 eingebunden sein in ein interkommunales Gewerbegebiet. In einem solchen Fall können die Infrastrukturkosten (Straßen, Erschließung) bis zu 80 Prozent vom Land gefördert werden.

Kritisch äußerte sich die SPD zu dem vom SC Preußen aufgebauten Zeitdruck. Jung: „In ein paar Monaten sind die offenen Fragen nicht zu klären.“

Widerstand in Bösensell

In Bösensell bekommt Preußen Münster Gegenwind. Nachdem sich die CDU in dem Sendener Ortsteil bereits erbost über das Vorgehen des Vereins gezeigt hat, schlossen sich dem jetzt auch Grüne und SPD dort an. Selbst der ehemalige Preußen-Spieler Rainer Leifken, gebürtiger Bösenseller, ist von den Plänen seines Ex-Clubs nicht vollends überzeugt.



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