Fr., 12.10.2018

„Freuynde und Gaesdte“ stellen im Planetarium Weltraumpionierin „Fräulein Becker“ vor Die unbekannte Schwerelose

Stefan Nászay, Zeha Schröder, Anke Winterhoff (v.l.) präsentieren den Besuchern im Planetarium unterhaltsam die Geschichte der Rakete.

Stefan Nászay, Zeha Schröder, Anke Winterhoff (v.l.) präsentieren den Besuchern im Planetarium unterhaltsam die Geschichte der Rakete. Foto: f&g

Münster - 

Jetzt, da mit Weltraum-Alex Alexander Gerst ein Deutscher die internationale Raumstation ISS kommandiert (länger als geplant) treten sie wieder ins Bewusstsein: Jurij Gagarin, Sigmund Jähn, Neil Armstrong – die großen Namen der Raumfahrt sind Historie. Doch es gibt auch die kleinen Namen.

Von Andreas Hasenkamp

Jetzt, da mit Weltraum-Alex Alexander Gerst ein Deutscher die internationale Raumstation ISS kommandiert (länger als geplant) treten sie wieder ins Bewusstsein: Jurij Gagarin, Sigmund Jähn, Neil Armstrong – die großen Namen der Raumfahrt sind Historie. Doch es gibt auch die kleinen Namen. Sogar ein „Fräulein“ im Weltraum. „Freuynde und Gaesdte“ haben als Location-Theater mit Faible für historische Preziosen einen solchen Namen in den Büchern der Geschichte gefunden und stellen dieses „Fräulein Becker“ bei ihrer Premiere im Planetarium als eine der Pionierinnen der Raketenforschung vor.

Mitten im nächtlichen Urwald sitzen die Besucher, Baumwipfel wogen, Augenpaare erscheinen – das dreiköpfige Ensemble Stefan Nászay, Zeha Schröder und Anke Winterhoff beginnt die Zeitreise durch den Menschheits-Traum, der sich um Raketen dreht und mit der Nasa bis zum deutschen Astronauten Alexander Gerst führt – der eben vom Flug von „Fräulein Becker“ profitiert, die zwei Jahre vor Gagarin für medizinische Tests ins All flog, der aber kaum Ruhm zuteil wurde.

Eine Vielzahl von musikalischen Bezügen ist in die Inszenierung eingebaut. Händels Feuerwerksmusik wird von den drei Darstellern zunächst als Planet-Arie angestimmt und zum Schluss im Original wiedergegeben – zu Ehren der Hauptperson des Stückes. Ton, Bewegtbilder, die Erzählung des kosmischen Darsteller-Trios, alles fügt sich zu einem spannenden multimedialen Erleben unter dem weiten Sternenhimmel des Planetariums zusammen – besonders, wenn die Zuschauer beim lärmenden Start selbst in der Kapsel zu sitzen scheinen, oder wenn, nach deren Wassern im Ozean, es um die Kapsel herum blubbert.

Dabei gelingt es der Regie, die Identität von „Fräulein Becker“ lange im Unklaren zu lassen, aber Mitgefühl aufzubauen. Das Ende ist dem Schicksal von „Fräulein Becker“ gewidmet, die ein langes Leben lebte: „Miss Baker“, der ersten Peruanerin im Weltall.

Zurück tritt in diesem nach „Somnium“ zweiten von Freuynde und Gaesdte inszenierten Weltraum-Abenteuer über jene 13 Minuten Testflug im All die „poetische Reflexion über den uralten Menschheitstraum vom Fliegen“.

Zur Inszenierung beigetragen hat ein Team aus Künstlern und Wissenschaftlern: aus dem Atelier des Hamburger Trickfilmers Matthias Ries stammen aufwendige Animationen, und Dr. Björn Voss, Leiter des Planetariums, programmierte den Sternenhimmel. Neben Händel sind Saxofon-Improvisationen von Jan Garbarek zu hören. Das Ensemble „Freuynde + Gaesdte“ spielt unter der Regie des Theaterleiters Zeha Schröder.

Zum Thema

Weitere Aufführungen der 60-minütigen Show gibt es bis zum 3. November. Karten für die Aufführungen am Samstag (13. Oktober) um 19.30 Uhr und Sonntag (14. Oktober) um 18.30 Uhr gibt es online.   | www.f-und-g.de



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6118337?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F