Fr., 12.10.2018

Zukunftsarena der Stadt Münster im Jovel Keine Uni ohne Studenten

Auf große Resonanz stieß die Zukunftsarena der Stadt Münster in der Jovel Music Hall, bei der über verschiedene Aspekte der weiteren Stadtentwicklung gesprochen wurde.

Auf große Resonanz stieß die Zukunftsarena der Stadt Münster in der Jovel Music Hall, bei der über verschiedene Aspekte der weiteren Stadtentwicklung gesprochen wurde. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Proppevoll war das Jovel, als über Münsters Zukunft diskutiert wurde. Die Studenten gehören auf jeden Fall dazu.

Von Klaus Baumeister

Werden Studierende künftig ihre Vorlesungen nur noch am heimischen Rechner verfolgen – und Universitätsstädte ihre Bedeutung verlieren? Matthias Schwarte, den Kanzler der WWU Münster, kann man mit solchen Fragen nicht in Verlegenheit bringen.

Bei der Zukunftsarena der Stadt Münster, die am Donnerstagabend in der Jovel Music Hall stattfand, drehte er den Spieß um: An den Hochschulen gewinne die Seminararbeit – auch in Kleingruppen – an Bedeutung, in den Bibliotheken stünden nicht mehr die „Regalmeter Bücher“ im Vordergrund, sondern die vielfältigen Möglichkeiten des Lernens.

Eine Hochschulstadt ohne Studenten kann Schwarte sich auch deshalb nicht vorstellen, weil dann sämtliche Zusatzangebote wie der Hochschulsport und die Hochschulkultur zusammenbrechen würden.

Die Hochschullandschaft der Zukunft war nur eines von vielen Themen, die in einem mehrstündigen Gesprächs- und Informationsmarathon abgearbeitet wurden.

Gleichwohl ein wichtiger, wie auch die beiden Gastreferenten Prof. Klaus Selle und Prof. Kunibert Wachten betonten. Studierende seien ebenso wie Fahrräder ein prägendes Element.

Münster ist „durchsaturiert und akademisch“

Der ausgeprägte Charakter als Uni-Stadt kommt aber nicht bei allen Münsteranern gut an. So zitierte Selle eines der bei diversen Umfragen zusammengetragenen Statements. Danach ist Münster „durchsaturiert und akademisch“.

Eines wurde bei der von der Raumplanerin Frauke Burgdorff moderierten Veranstaltung besonders deutlich: Die Wohnungsnot ist das drängendste Problem in Münster. Und das trieb auch Luca Horoba vom AStA um: Immer mehr Studierende würde nach Münster pendeln, weil sie sich die Mieten nicht leisten könnten.

Ins gleiche Horn blies die Unternehmerin Dr. Birgit Hagenhoff von der High-Tech-Firma Tascon. Die Laboranten, die sie beschäftigt, wohnen in Senden, Nottuln und Everswinkel.

Die Präsidentin der Fachhochschule Münster, Prof. Ute von Lojewski, forderte für die Hochschulstadt der Zukunft mehr Gästehäuser, weil immer mehr Teilzeitstudenten zu verzeichnen seien und überdies die Bedeutung der Hochschulen für die Weiterbildung steige.

Die Veranstaltung im Jovel war Teil des Prozesses „Münster Zukünfte 20, 30 50“, mit dem wichtige Weichen in der Stadtentwicklung gestellt werden sollen.



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