Sa., 13.10.2018

Ausbildung Betriebsrallye dient als Kompass im Berufe-Dschungel

Mona Boge (vorne l.), Karin Park-Luikenga (r.) und Michael Tomberge (hinten l.) von der Stiftung Büger für Münster überreichten Zehntklässlern der Erna-de-Vries-Realschule das Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an Betriebsrallye.

Mona Boge (vorne l.), Karin Park-Luikenga (r.) und Michael Tomberge (hinten l.) von der Stiftung Büger für Münster überreichten Zehntklässlern der Erna-de-Vries-Realschule das Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an Betriebsrallye. Foto: Pjer Biederstädt

Münster - 

Was soll ich werden? Die Entscheidung über die Berufswahl fällt Schülern im immer stärker diversifizierten Jobmarkt zusehends schwer. Die Betriebsrallye der Stiftung „Bürger für Münster“ kann da helfen.

Von Pjer Biederstädt

Was er werden will, das weiß Dennis noch nicht. Aber die Praktika, die der 15-Jährige im Zuge der Betriebsrallye gemacht hat, haben immerhin etwas Licht in den Berufe-Dschungel gebracht. „Die Arbeit bei McDonalds hat mir überraschend gut gefallen. Im Altenheim war es okay. Aber es ist ja auch gut, wenn ich weiß, was ich nicht will“, sagt Dennis, als die Vertreter der Stiftung „Bürger für Münster“ am Freitagmittag den Zehntklässlern in der Erna-de-Vries-Realschule ihre Zertifikate zur erfolgreichen Betriebsrallye überreichen.

Das mehrfach ausgezeichnete Projekt führt seit 2012 Unternehmen und Schüler für kurze Schnupperphasen zusammen. Die einen wollen in Zeiten des Fachkräftemangels für ihre Profession werben, die anderen wollen sich in der Welt der Berufe orientieren. Deshalb absolvieren die 15- bis 16-Jährigen binnen 14 Tagen bis zu vier zweitägige Kurzpraktika.

19 Prozent bekamen Ausbildung angeboten

„Eine Win-Win-Situation“, nennt Michael Tomberge von der Stiftung das Konzept am Rande der Verleihung. In diesem Jahr haben insgesamt 160 Schüler von sieben münsterischen Schulen an 350 Praktikumsplätzen erste Berufserfahrungen gesammelt.

Und der Erfolg gibt den Machern recht: 20 Prozent der Teilnehmer haben von den Firmen in diesem Jahr ein erweitertes Praktikum, 19 Prozent sogar einen Ausbildungsplatz angeboten bekommen. „Dafür lohnt sich der Aufwand“, sagen Mona Boge und Karin Park-Luikenga. Die ehemaligen Lehrerinnen sind ehrenamtlich für die Stiftung aktiv.

„Die Schüler nehmen das Angebot dankend an“, weiß Ralf Schröder, Konrektor der Realschule an der Spichern­straße. Dennis nickt, ihm hat es geholfen. „In den Herbstferien möchte ich ein längeres Praktikum in der Systemgastronomie machen“, sagt er. Ohne das Kurzpraktikum hätte er sich wohl kaum für diesen Beruf interessiert.



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