Wohnungsmarkt bleibt angespannt
Erste Mieter ziehen in York-Höfe ein

Münster -

Mieter stehen bei den Wohnungsunternehmen in Münster Schlange. Allein die Wohn- und Stadtbau verzeichnet jährlich zwischen 4000 und 5000 Bewerber, der Wohnungsverein von 1893 hat rund 1700 auf einer Warteliste stehen.

Montag, 15.10.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 15.10.2018, 20:02 Uhr
Für die Ur-Münsteraner bleibt das Areal an der Steinfurter Straße das alte TÜV-Gelände. Dort wurden jetzt die York-Höfe errichtet, die bis Ende des Jahres nach und nach bezogen werden.
Für die Ur-Münsteraner bleibt das Areal an der Steinfurter Straße das alte TÜV-Gelände. Dort wurden jetzt die York-Höfe errichtet, die bis Ende des Jahres nach und nach bezogen werden. Foto: Matthias Ahlke

Die ersten Mieter sind am Montag in die York-Höfe eingezogen. Sebastian Albers ist zuversichtlich, dass alle 195 Wohnungen bis Ende des Jahres bezogen sein werden. Zehn Jahre lag das alte TÜV-Areal brach, zwei Jahre dauerte die Bauphase. „Endlich ein erfreulicher Termin“, meint der Prokurist der Wohn- und Stadtbau, denn aufgrund des knappen Wohnraumangebotes müsse er Wohnungsbewerbern häufig absagen. „Das sei nicht immer freundlich“, so Albers.

Neben dem Wohnkomplex mit einer Mischung aus 37 Eigentumswohnungen, 84 öffentlich geförderten Wohnungen und 58 frei finanzierten Mietwohnungen, wird auf dem TÜV-Gelände eine Wohngruppe der Stiftung Siverdes mit elf Appartements eingerichtet sowie eine Kita und zwei Gewerbeeinheiten.

4000 bis 5000 Interessenten jährlich

Wenngleich in den York-Höfen neuer Wohnraum entstanden ist, rechnet Sebastian Albers damit, dass der Druck auf dem Wohnungsmarkt unvermindert groß bleibe. Zwischen 4000 bis 5000 Interessenten klopften jährlich bei der Wohn- und Stadtbau an, um sich für eine der 5560 Wohnungen des städtischen Wohnungsunternehmens oder für eine der 1000 Wohnungen, die der kommunalen Stiftung gehören, zu bewerben. Die Fluktuation in den Wohneinheiten sei dem gegenüber sehr gering, erklärt der Prokurist und spricht von 300 bis 400 Mieterwechseln pro Jahr.

„Wir sind in der Vollvermietung“, erklärt auch Jörg Dickmann, Geschäftsführer des Bauvereins Ketteler in Münster. Bis zu 80 Bewerber für eine Wohnung stehen ständig auf einer Warteliste. 790 Wohneinheiten gehören in Münster zum Bestand der Genossenschaft, die weitere 16 Wohnungen an der Dreizehnerstraße errichtet. Dickmann wundert sich nur, dass sich erstaunlich wenige Studenten bei ihnen meldeten.

Lange Wartelisten

Der Bauverein Ketteler gehört wie der Wohnungsverein Münster von 1893 zum Arbeitskreis der Wohnungsunternehmen in Münster, dessen Sprecher Bernd Sturm ist. Zum Kreis gehört auch das Unternehmen „WohnSieGer“ aus Everswinkel, das über rund 150 Wohneinheiten in Münster verfügen soll. Der Wohnungsverein, dessen Geschäftsführer Sturm ist, besitzt 1927 Wohneinheiten. Demnächst wird sich das Angebot durch 33 Wohneinheiten am Markweg erhöhen. Momentan verzeichnet er nur beim Wohnungsverein 1717 Bewerber auf einer Warteliste.

"Wohnen für Generationen"

Insgesamt 6125 Wohnungen in Münster gehören der LEG-Immobilien-Gruppe. Die Nachfrage sei gleichbleibend groß, so Sprecherin Judith-Maria Gillies. Um der Wohnungsknappheit zu begegnen, habe die LEG das Projekt „Wohnen für Generationen“ aufgelegt, bei dem Senioren ihre große Wohnung gegen eine kleinere Wohnung tauschen können, um Wohnraum für Familien zu schaffen.

Das Immobilienunternehmen Sahle verfügt in Münster über 1512 Wohnungen, aktuell werden 54 weitere in Kinderhaus gebaut, 260 sind im Zentrum Nord geplant. Monatlich erreichten sie rund 100 Anfragen von Bewerbern, sagt Sprecherin Simone Böhnisch. Vivawest bewirtschaftet in Münster rund 700 Wohnungen. 300 neue entstehen in Mecklenbeck, 160 in Kinderhaus.

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