Kliniken motivieren Mitarbeiter mit ungewöhnlichen Aktionen
Pommes für eine Grippe-Impfung

Münster -

Im vergangenen Winter wurden viele Mitarbeiter in den münsterischen Krankenhäusern von Grippe-Viren heimgesucht. Das lag auch daran, dass viele keine Grippe-Impfung bekommen hatten. Mit teilweise ungewöhnlichen Aktionen wollen die Kliniken nun dafür sorgen, dass die Impfquote steigt.

Donnerstag, 18.10.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 18.10.2018, 07:15 Uhr
Die Grippe-Impfsaison hat begonnen. Münsters Krankenhäuser hoffen, dass sich auch möglichst viele ihrer Mitarbeiter impfen lassen.
Die Grippe-Impfsaison hat begonnen. Münsters Krankenhäuser hoffen, dass sich auch möglichst viele ihrer Mitarbeiter impfen lassen. Foto: dpa

Die vergangene Grippe-Saison war eine der schlimmsten, die Münster in den vergangenen Jahren erlebt hat. Fast 4000 Influenza-Meldungen gingen beim Gesundheitsamt ein – vier Mal so viele wie in den Jahren zuvor, wie aus einer Statistik des Landeszentrums Gesundheit hervorgeht.

„Die Kliniken waren rappelvoll mit Patienten“, erinnert sich Dr. Carolin Dame, Leitende Ärztin der Abteilung für Krankenhaushygiene an Clemenshospital und Raphaelsklinik. Damit nicht genug: „Auch viele Mitarbeiter waren krank, sodass es zwischenzeitlich zu Versorgungsengpässen kam.“ Ähnlich sah es am St.-Franziskus-Hospital aus, Sprecherin Friederike Lohmeier berichtet von einem „hohen Krankenstand“.

Niedrige Impfquoten

Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, war damals überschaubar – Dame beziffert sie auf „zehn bis 20 Prozent“ an Raphaelsklinik und Clemenshospital. Und auch an anderen Kliniken, wo die Grippe ebenfalls viele Mitarbeiter ans Bett gefesselt hatte, ließ sich nur ein Teil der Mitarbeiter impfen – an der Uniklinik (UKM) zum Beispiel nur 1500 der 10 000 Mitarbeiter, berichtet Dr. Peter Czeschinski vom Arbeitsmedizinischen Dienst.

Im Hiltruper Herz-Jesu-Krankenhaus lag die Mitarbeiter-Impfquote nach Angaben des Ärztlichen Direktors Prof. Rüdiger Horstmann bei etwa 25 Prozent, im Franziskus sogar bei 46 Prozent.

Damit es mit Beginn der neuen Grippe-Saison nicht erneut zu größeren Ausfällen kommt, setzen die Kliniken alles daran, die Impfbereitschaft ihrer Mitarbeiter zu erhöhen. Beispiel UKM: In Mails wirbt die Klinik bei den Mitarbeitern dafür, sich impfen zu lassen – mit Erfolg.

Werbetrommel fürs Impfen gerührt

„Zu den ersten beiden Impfterminen kamen im Vergleich zum Vorjahr 25 Prozent mehr Mitarbeiter“, berichtet Sprecherin Anja Wengenroth. Sie rechnet damit, dass die Impfquote in der laufenden Saison auf 20 Prozent steigen wird.

Auch an der Raphaelsklinik und am Clemenshospital wird kräftig die Werbetrommel für die Grippe-Impfung gerührt. Plakate, Flyer und E-Mails werden in diesen Tagen verschickt. Ende des Monats werden in beiden Krankenhäusern Impf-Wochen stattfinden, zudem sollen mobile Teams auf die Stationen ausrücken. Die 130 Spender werden mit einer Fahrt auf der „MS Günter“ belohnt.

Götz Alsmann als Botschafter

Als prominenten Paten haben sich die Kliniken Götz Alsmann ins Boot geholt, er wird voraussichtlich Ende Oktober im Rahmen einer Aktion für die Impfung werben. „Wenn statt wie im Vorjahr 84 nun 150 Mitarbeiter kommen, dann bin ich froh“, sagt Dame – und betont, dass ihr langfristiges Ziel bei einer Quote von 80 Prozent liegt.

Auch das Franziskus setzt auf Werbung, bietet Fortbildungen und Impfungen fast jederzeit an. Unter dem Motto „Pommes gegen Grippe“ gibt es danach Gutscheine für die Caféteria. Bereits jetzt hätten sich über 400 Mitarbeiter impfen lassen – mehr als im Vorjahreszeitraum, so Lohmeier. In Hiltrup gab es innerhalb einer Woche 50 Mitarbeiterimpfungen mehr als in der gesamten Impfperiode 2017.

Auch die Stadtverwaltung impft

„Die Influenza ist mehr als nur ein Schnupfen“, betont Dr. Michael Lürwer vom städtischen Gesundheitsamt – bei geschwächten Patienten könne sie dramatisch verlaufen. Aber auch alle anderen Menschen sollten sich impfen lassen, damit es nicht zu einer Wiederholung der Lage vom vergangenen Winter kommt.

Aktuell ruft das Gesundheitsamt ganz gezielt alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung auf, bei Impfterminen vorbeizuschauen. „Ich habe den Eindruck“, sagt Michael Lürwer, „dass sich diesmal mehr Mitarbeiter impfen lassen als in der vergangenen Saison.“

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