Auf und ab in der Apothekenlandschaft
Münster ist gut versorgt

Münster -

Drei Apotheken haben sich in diesem Jahr aus der Apothekenlandschaft in Münster verabschiedet, im vergangenen Jahr wurden drei neue eröffnet. Damit ist Münster in Westfalen noch gut versorgt.

Donnerstag, 18.10.2018, 20:00 Uhr
Die Bahnhofs-Apotheke an der Bahnhofstraße hat geschlossen. Der Inhaber informiert die Kunden, dass betriebswirtschaftliche Gründe für den Schritt entscheidend gewesen seien.
Die Bahnhofs-Apotheke an der Bahnhofstraße hat geschlossen. Der Inhaber informiert die Kunden, dass betriebswirtschaftliche Gründe für den Schritt entscheidend gewesen seien. Foto: gh

Die Apotheke an der Bahnhofstraße 24 in Münster hat geschlossen. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen habe er aufgeben müssen, informiert der Inhaber seine Kundschaft und verweist auf seine von ihm ebenfalls geführte Herz-Apotheke an der Friedrich-Ebert-Straße in Münster.

Der Apotheker von der Bahnhofstraße ist nicht alleine mit diesem Schritt. Insgesamt drei Apotheken wurden in diesem Jahr in Münster geschlossen, erklärt der Sprecher der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Michael Schmitz. Neben der Pharmazie auf der Bahnhofstraße seien auch die Ida-Apotheke und die Lamberti-Apotheke aufgegeben worden. Drei neue Betriebe kamen allerdings im vergangenen Jahr im Hauptbahnhof und in Hiltrup dazu.

Betriebe werden weniger

Damit existieren in Münster zurzeit 92 Apotheken. Vor sechs Jahren wurden in dieser Stadt noch 102 Pharmazie-Betriebe gezählt. Unterschiedliche Gründe führten nach Ansicht der Apothekerkammer im Laufe der Zeit zu diesen Veränderungen.

Schmitz verweist auf die zunehmende Bündelung von Ärzte-Standorten und der Tendenz zu immer größeren Praxen. Sobald zwei bis drei Ärzte vor Ort wegfielen, wirke sich dies auf die Rezeptmenge einer Apotheke aus. Dabei benötige eine Apotheke zum Überleben rund 80 Prozent rezeptpflichtige Arzneimittel, so Schmitz. Zehn Prozent des Umsatzes werde jeweils mit rezeptfreien Arzneimitteln und mit dem Verkauf aus dem Randsortiment getätigt.

Angst vor Selbstständigkeit

Aber auch die Generationsnachfolge ist ein Problem in der Branche. Viele junge Apotheker scheuten heute den Weg in die Selbstständigkeit und möchten lieber als angestellte Apotheker arbeiten oder wechselten in die Industrie, so Schmitz.

Grund zum Klagen gebe es dennoch in Münster nicht. Die Apothekenlandschaft im Oberzentrum entwickelt sich nach Angaben der Kammer entgegen dem allgemeinen Landestrend. In ganz Westfalen existierten derzeit noch 1940 Apotheken, vor 13 Jahren wurden in diesem Landstrich 2256 Apotheken betrieben.

Auch Veränderungen in Münster erwartet

„Die Apotheken, die heute überleben, werden größer“, zeigt der Sprecher der Kammer einen weiteren Trend auf. Für kleinere Betriebe werde es zunehmend schwieriger, zumal seit 15 Jahren kein Honorarzuwachs zu verzeichnen gewesen sei, wohl aber sei die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter gestiegen.

Michael Schmitz rechnet aber auch in Münster mit Veränderungen in der Apothekenlandschaft, wo 50 Prozent aller Betriebsinhaber über 50 Jahre alt sind. Von den heute noch existierenden 92 Betrieben habe ein Drittel aller Inhaber das 60. Lebensjahr erreicht.

Im Gegensatz zu Städten wie Dortmund, wo Stadtteile mit 6000 bis 8000 Einwohnern weder einen Hausarzt noch eine Apotheke hätten, sei die Versorgung in Münster nach wie vor gut, betont Michael Schmitz.

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