Kirchengemeinde besucht einen Juwelier
Schmuck mit Geschichte

Münster -

Die Pfarrei St. Lamberti geht neue Wege, etwa zu einem Juwelier. Ein neues Projekt ist geboren.

Freitag, 19.10.2018, 12:00 Uhr
Goldschmied Timo Heetjanns bei der Arbeit an einer Blütenscheibe aus Silber.
Goldschmied Timo Heetjanns bei der Arbeit an einer Blütenscheibe aus Silber. Foto: Pfarrei St. Lamberti

Ein kreisrunder roter Teppich liegt vor der Eingangstür des Niessing-Stores am Alten Fischmarkt in Münster. Er markiert den Ort einer Premiere: Die Pfarrei St. Lamberti lädt an diesem Abend zum ersten Mal ein, Menschen kennenzulernen, die in der Altstadt mit Leidenschaft einer Tätigkeit nachgehen. Unter der Überschrift „Rund um . . . und mittendrin“ werden weitere Abende folgen.

Zum Auftakt ging es jetzt um das Goldschmiedehandwerk und um zwei Menschen, die dieses Handwerk mit großer Freude ausüben. Timo Hetjanns und Laura Schlattmann berichteten aus der Geschichte der Firma Niessing, die einen religiösen Ursprung hat.

Seit 1873 stellt das Vredener Unternehmen – zunächst für den kirchlichen Bereich – Schmuck her, heißt es in einer Pressemitteilung der Pfarrgemeinde. Heute sei Niessing bekannt für Eheringe und Schmuck im Bauhausstil.

Nach einer kurzen Erläuterung der Firmengeschichte im Obergeschoss des Stores zeigte Heetjanns dann ganz konkret, wie man als Goldschmied arbeitet. Die neugierigen Blicke der etwa 20 Zuschauer richteten sich auf die Silberscheibe, die sich unter seinen Händen zu einer Blütenscheibe entwickelte.

Im zweiten Teil des Abends erzählte der Nordhorner von Schmuckstücken mit einer besonderen Bedeutung. Er erinnerte sich an einen Patenonkel, „der ein Silberkreuz als Wandschmuck haben wollte in genau dem Gewicht seines Patenkindes, das bei der Geburt nur 1134 Gramm wog. Da entwickeln sich sehr intensive Gespräche jenseits der Frage nach der Gestaltung des Schmuckstückes.“

Diese Geschichte leitete über zum Austausch über besondere Schmuckgeschichten, die die Besucher kennen. Es entwickelten sich lebendige und sehr bewegende Dialoge über Schmuckstücke, die bis heute für die Besitzer eine besondere Bedeutung haben.

„Vergessen Sie nicht, dass Sie selber auch in den Augen Gottes kostbar sind“, gab Pastoralreferentin Ursel Schwanekamp von St. Lamberti im Impuls der Gruppe mit auf den Weg. Sie regte an, ihrerseits Menschen zu erinnern, dass sie kostbar sind, auch ohne Schmuck. Die Besucher waren sich einig, dass der Abend sie inspiriert habe. Die Reihe wird fortgesetzt.

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