Stipendiatenausstellung von Charlene McNair am Hawerkamp
Papier strahlt bunte Schatten

Münster -

„Es passt zu mir, dass es keinen Endpunkt hat.“ Und in der Tat hält sich die Ausstellung ein wenig in der Schwebe, die sich Charlene McNair in der vergangenen Woche in der Ausstellungshalle am Hawerkamp erarbeitet hat.

Donnerstag, 18.10.2018, 19:02 Uhr
Charlene McNair lässt Papier leuchten und spiegeln: Auf der gegenüberliegenden Wand hängen neonfarbene Blätter, deren Orange sich auf den silbrig besprühten Quadraten rosa spiegelt. Und ihr eigener Schatten schillert grün und blau.
Charlene McNair lässt Papier leuchten und spiegeln: Auf der gegenüberliegenden Wand hängen neonfarbene Blätter, deren Orange sich auf den silbrig besprühten Quadraten rosa spiegelt. Und ihr eigener Schatten schillert grün und blau. Foto: Gerhard H. Kock

„Es passt zu mir, dass es keinen Endpunkt hat.“ Und in der Tat hält sich die Ausstellung ein wenig in der Schwebe, die sich Charlene McNair in der vergangenen Woche in der Ausstellungshalle am Hawerkamp erarbeitet hat. Und sie wird sich im Verlauf der Ausstellung weiter verändern mit den Besuchern, den Gesprächen, mit den sich verändernden Entscheidungen, die die junge Künstlerin unter dem Druck ihrer Suche nach ihrem künstlerischen Verhältnis zu diesem Raum treffen will. Halb humorvoll, halb konzeptionell nennt sie ihre Ausstellung Late Bloomer. Spätzünder.

Die „späte“ „Blüte“ bezieht sich dabei natürlich nicht auf das Alter der Künstlerin. Vielmehr sammelt McNair gleichsam allerlei Ideen-Samen in sich, wirft sie in den Raum und schaut, was ihre Aufmerksamkeit im Dialog mit dem Raum zum Erblühen bringt. „Late Bloomer“ ist das Ergebnis eines einjährigen Atelierstipendiums am Hawerkamp. Dafür hat sie allerlei Studien zu Farben und Linien angestellt, die auf der einen Seite Ornament, auf der anderen Seite mehr als nur Zierrat sein wollen.

In der Ausstellungshalle Hawerkamp wird der Besucher von Farben gleichsam beleuchtet. „Neon“ lautet das Zauberwort, eine Farbe so gesättigt, dass sie die Umgebung färbt. Auf dem Boden liegendes Seidenpapier strahlt „Schatten“ an die weiße Wand. An der Langwand hängen drei mitteldichte Holzfaserplatten (MDF), die McNair derart silbrig besprüht hat, dass sie eine polierte Metall-Textur zu haben scheinen.

Drei Stühle laden den Betrachter zur Bewegung ein. Klingt paradox. Aber die Positionen sind so gewählt, dass dort Sitzende die zartrosa Spiegelungen wahrnehmen, die von den gegenüber im Rücken hängenden neonfarbenen Blättern in knallig Orange ausgehen. Wer diese Wahrnehmung beim Aufstehen und Herumwandeln mitnimmt, kann mit den wolkigen „Spiegelungen“ spielen.

Von der Decke hängen drei Stahlseile, an denen metallige Matten oder Bänder baumeln, die in ihren Mustern ebenfalls die schrillen Farben einfangen. Wenn das der letzte Stand ist . . . Denn für die Künstlerin steht noch nicht fest, ob dem „Late Bloomer“ von heute nicht weitere letzte Blüten folgen.

Die britisch-deutsche Künstlerin (geboren in Bielefeld) ist aufgewachsen in Birmingham und hat 2015 ihr Studium mit einem Bachelor of Art in Fine Art an der University of the West of England abgeschlossen.

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Die Vernissage ist am Freitag (19. Oktober) um 19 Uhr in der Ausstellungshalle Hawerkamp 31. Geöffnet: Samstag von 15 bis 21 Uhr, Sonntag von 15 bis 19 Uhr, Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr, Freitag von 19 bis 22 Uhr, 27. Oktober (Samstag) von 15 bis 20 Uhr und 28. Oktober (Sonntag) von 11 bis 18 Uhr.

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