Stadt bezieht Stellung
Neuer Stadtteil: Eine schnelle Lösung gibt's nicht

Münster -

Mit umfangreichen Info-Material reagiert die Stadtverwaltung in Münster auf die öffentliche Debatte über einen (möglichen) neuen Stadtteil. Unsere Zeitung hat sich das Dossier angesehen.

Samstag, 20.10.2018, 11:00 Uhr
Die Bauwirtschaft läuft auch Hochtouren, aber viele Wohnungssuchende in Münster bleiben trotzdem auf der Strecke. Was tun? Perspektivisch will die Stadt ein Neubaugebiet an der Steinfurter Straße entwickeln.
Die Bauwirtschaft läuft auf Hochtouren, aber viele Wohnungssuchende in Münster bleiben trotzdem auf der Strecke. Was tun? Perspektivisch will die Stadt ein Neubaugebiet an der Steinfurter Straße entwickeln. Foto: IG Bauen-Agrar-Umwelt

Braucht Münster einen neuen Stadtteil? Die Debatte ist voll entbrannt. Auf Anfrage unserer Zeitung hat jetzt auch die Stadtverwaltung Münster Stellung bezogen und in einem umfassenden schriftlichen Dossier dargelegt, wie sie an die Sache rangehen möchte.

Neuer Stadtteil als letzte Option

Da stellt sich zunächst einmal die Frage, an welche Vorgaben sich die Stadtverwaltung zu halten hat. Nun, in dem entscheidenden Papier aus dem Jahr 2016 heißt es: „Der Bau eines neuen Stadtteils sollte nur dann vertieft weiter verfolgt werden, wenn andere Potenzialflächen im Rahmen des Zwiebelschalenmodells und von großflächigen Stadtteilerweiterungen nicht in ausreichendem Maße identifiziert werden können.“

Will sagen: Die Stadtverwaltung beschäftigt sich erst dann damit, wenn alles andere nicht mehr greift. Ob dieser Zustand erreicht ist, darüber gehen die Meinungen bei den politischen Parteien weit auseinander.

Mittelgroße Projekte im Fokus

Das im Rathaus regierende schwarz-grüne Bündnis sieht diesen Punkt noch nicht für gekommen. Abgesehen von den beiden Konversionsprojekten in Gievenbeck und Gremmendorf setzt es in erster Linie auf mittelgroße Projekte, so das neue Wohnquartier im Zentrum Nord, das Baugebiet Albachten-Ost, die Bebauung der Moldrickx-Gärtnerei in Kinderhaus oder des Kiesekamp-Areals in Coerde.

Darüber hinaus haben die beiden Parteien eine 53 Hektar große Fläche an der Steinfurter Straße im Visier, die sie vermutlich in etwa fünf bis sieben Jahren entwickeln wollen. Diese Fläche ist in etwa so groß wie die York-Kaserne in Gremmendorf, weshalb es sich verbietet, hier von einem neuen Stadtteil zu sprechen.

Planer setzen auf Nachverdichtung

Das zurückhaltende Vorgehen der Stadt beim Thema Flächenverbrauch hängt aber auch damit zusammen, dass die Planungsexperten – anders als viele Kommunalpolitiker – stark auf die Nachverdichtung setzen. Eine entsprechende Debatte wird beispielsweise derzeit in der Aaseestadt geführt. 750 Wohnungen, so die Vorgabe für ganz Münster, sollen pro Jahr außerhalb neuer Baugebiete, also im Bestand, entstehen.

Und wie steht es um jene, die aktuell und schnell eine Wohnung suchen? Sehr schlecht, denn viele der geplanten Maßnahmen greifen nur langsam.

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