Zucchini Sistaz präsentieren CD
Ein Silberling als „drittes Baby“

Münster -

Die Zucchini Sistaz sind der Charme in Person – aber sie können durchaus mal streng klingen. Nämlich dann, wenn sie beim Heimspiel vor münsterschem Publikum jene Fahrrad-affine Begeisterung nicht spüren, die in der Leezen-Metropole selbstverständlich sein sollte. „Sind wir hier in Münster?!“ fragte Bassistin Jule Balandat ironisch-energisch. Dann sei ja wohl ein zünftiges „Mööp-Möööp!“ Ehrensache. Das Tröten der Fahrradhupe gehört nämlich zur „Radel-Hymne“, einem veritablen Zucchini-Klassiker. Und natürlich ließ daraufhin die versammelte Cloud ein orkanhaftes „Mööp-Möööp!!!“ verlauten. Klasse, der Radel-Klassiker!

Sonntag, 21.10.2018, 16:50 Uhr aktualisiert: 24.10.2018, 18:24 Uhr
Zucchini Sistaz präsentieren CD: Ein Silberling als „drittes Baby“
Sinje „Schnittchen“ Schnittker, Jule Balandat und Tina Werzinger (v. l.) bescherten wieder Augen- und Ohrenschmaus. Foto: Arndt Zinkant

Die Konzerte des Frauen-Swing-Trios sind in Münster immer Heimspiele vor echten Gemüse-Fans, aber dieser Abend war ein besonderer: die Vorstellung der allerersten CD der Band, die sich immerhin bereits vor neun Jahren gegründet hat. Man habe gar erwogen, das Manko als Alleinstellungsmerkmal zu behalten, hieß es halb im Ernst. „Zucchini Sistaz – die Live-Band ohne Tonträger“.

Aber mit professioneller Schützenhilfe von Nikola Materne (für einen Song mit auf der Bühne) war die CD „Zu Besuch bei den Zucchini Sistaz“ schließlich produziert. Die Ladys hatten nach zwei Kinderpausen in der Band auch noch die Energie, den Silberling als „drittes Baby“ zur Welt zu bringen. Und zur Taufe in die Cloud. Der Abend war wie erwartet eine mitreißende Swing-Sause. Und wenn die Ohren nicht täuschten, war das Niveau sogar noch höher als früher; die Songs noch ausgefeilter.

Lag’s an Sinje „Schnittchen“ Schnittker, deren Arsenal an Blas- und Tasteninstrumenten stetig wächst und die ganz nebenbei auch noch die Perkussionistin der Band zu sein scheint? Jule Balandat und Tina Werzinger blieben Bass und Gitarre treu und waren wie früher für die Schelmereien zuständig. Da wäre das Motto: „Berühmte Klassiker, rotzfrech zucchinisiert“. Das konnte die Bizet-Oper „Carmen“ sein oder der wilde „Säbeltanz“ von Aram Chatschaturjan. Virtuos!

Das Meiste kam auf Deutsch daher, so auch „Fräulein Flunker“ („Ihr Beruf heißt Augenschmaus, denn sie sieht so blendend aus.“). Ebenso gab es ein gesungenes Gemüse-Küchenrezept mit ironisch-erotischen Gewürzen. In den Arrangements hörte man viele Latin-Elemente, nicht nur rhythmisch, sondern auch in den Trompeten-Soli. Das Schäkern mit den Fans war wie üblich Tina „La Werzinger“ und Jule Balandat vorbehalten, die sich schelmisch die Bälle zuspielten. Der Spaß übertrug sich auf die Zuhörer, die Münsters Swing-Botschafterinnen gebührend feierten. Eins noch: Die von der Trompete Schnittkers imitierte „lästige Fliege“, die pantomimisch mit der Ukulele erlegt wurde – das war genau jener Zucchini-Humor, der ein gutes Konzert zu einem echten Highlight macht.

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