Vortragsreihe über Architekten
Sie haben die Stadt geprägt

Münster -

Architekten, die die Stadt Münster geprägt haben, stehen im Mittelpunkt einer Vortragsreihe des Bundes Deutscher Architekten Münster-Münsterland, die am Mittwoch startet.

Montag, 22.10.2018, 14:00 Uhr
Auch der Aasee ist ein Architekturprojekt, dem sich die Reihe unter anderem widmen wird.
Auch der Aasee ist ein Architekturprojekt, dem sich die Reihe unter anderem widmen wird. Foto: Gerhard H. Kock

Der Auftakt der Vortragsreihe zu Leben und Werk der Architekten, die Münsters Stadtbild prägten, findet am Mittwoch (24. Oktober) um 19 Uhr im A2 an den Aaseeterrassen, Annette-Allee 3, statt. Im Fokus steht die Biografie des Architekten Carl Schir­meyer. Auch wenn der Name zunächst unbekannt klingen mag, steht er für eine wichtige Phase der Stadtentwicklung und für maßgebliche Architekturprojekte in Münster.

Erstmals wird die Biografie des Regierungsbaumeisters Carl Schirmeyer (1869-1956) veranschaulicht, der Münster in bewegter Zeit – von 1909 bis 1933 – als Stadtbaurat diente. Zunächst unter den Oberbürgermeistern Max Jungeblodt und Franz Dieckmann, ab 1920 unter Georg Sperlich schuf er die Grundlagen für wegweisende Großprojekte, darunter den Bau der Halle Münsterland und des Aasees sowie zahlreiche Bildungsbauten und Wohnsiedlungen.

Nur fünf Jahre nach ihm, im Jahr 1938, wurde das Amt des Stadtbaurates dem jungen Architekten Peter Poel­zig (1906-1981) übertragen. Ihm widmet der Bund Deutscher Architekten (BDA) Münster-Münsterland den zweiten Abend am 14. November um 19 Uhr in der Villa ten Hompel. Als Sohn des berühmten Architekten Hans Poelzig unternahm er erste eigene Karriereschritte in Münster und empfahl sich ab 1934 als Bauleiter bei den Flugplätzen Loddenheide und Handorf. Die Politik des Dritten Reiches verlangte nachfolgend den Ausbau zur Gauhauptstadt, den Poelzig als Stadtbaurat begleitete. Auch sorgte er für den Bau von Kasernen, Wohnsiedlungen und Bunkern. Nach 1945 wechselte er über Duisburg nach Berlin, wo er ab 1954 an der Technischen Universität Berlin eine Professur für Krankenhausbau übernahm.

Der dritte Abend am 5. Dezember um 19 Uhr im VHS-Forum am Aegidiimarkt fächert das Werk der Architekten Dieter und Ulrike Kälberer (geboren 1935 bzw. 1936) aus München auf. In Münster sind sie durch den Bau des Aegidiimarktes (1976-79) bekannt geworden. Sie entwarfen vielfach Großstrukturen der 1960er- und 1970er-Jahre, darunter zahlreiche Rathäuser und Krankenhäuser in Deutschland. Der Aegidiimarkt gilt als Prototyp für ein Bauen in flexiblen Strukturen – und überrascht bis heute mit seiner Nutzungsvielfalt, vom Atombunker bis zum gläsernen Café, von der Volkshochschule über Läden bis hin zum Penthouse-Wohnen.

Leben und Werk werden jeweils von Architektur- und Kunsthistorikern vorgestellt. Zu den Abenden werden auch Gäste aus dem Familien-, Freundes- oder Mitarbeiterkreis der Architekten erwartet. Gesprächspartner zum Auftakt sind der ehemalige Oberstadtdirektor Dr. Tilman Pünder und Ursula Schirmeyer.

Die von Stefan Rethfeld konzipierte Reihe erfreut sich inzwischen einer großen öffentlichen Resonanz. Der Eintritt ist jeweils frei.

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