Fehlende Radparkplätze
ADFC kritisiert Situation für radelnde Studenten

Münster -

Der ADFC beklagt sich über zu schmale Radwege besonders im Bereich der Mensen und fehlende Radparkplätze für Studenten an den Uni-Liegenschaften.

Dienstag, 23.10.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2018, 11:03 Uhr
Besonders vor den Mensen (wie hier am Coesfelder Kreuz) sind viele Studenten mit dem Rad unterwegs. Die Wege sind dort für alle Verkehrsteilnehmer schmal. Damit es überhaupt funktioniert, ist „Geisterradeln“ gestattet.
Besonders vor den Mensen (wie hier am Coesfelder Kreuz) sind viele Studenten mit dem Rad unterwegs. Die Wege sind dort für alle Verkehrsteilnehmer schmal. Damit es überhaupt funktioniert, ist „Geisterradeln“ gestattet. Foto: hpe

Vier von fünf Studierende nutzen in Münster laut Umfrage des „Centrums für Hochschulentwicklung“ auf dem Weg zum Hörsaal oder der Mensa das Fahrrad, bundesweit ist nur im kleineren Greifswald die Quote noch höher. „Begrüßenswert, aber Stadt und Uni müssen mehr tun für ihre rund 50.000 radelnden Studenten“, meint ADFC-Chef Andreas Bittner.

ADFC: „Unhaltbare Zustände“

Münsters größter Interessenverband für Radfahrer spricht von „unhaltbaren Zuständen“ an der Kreuzung Neutor und am Zwei-Richtungs-Radweg am Coesfelder Kreuz sowie an der Aegidiistraße. Bittner kritisiert die „handtuchschmalen Radwege für den akademischen Nachwuchs“ neben sieben Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr.

Der ADFC fordert deshalb die Stadt auf, radelnde Studierende in die künftige Verkehrswegeplanung stärker einzubeziehen. „Wir brauchen da mehr Analyse, planvolles Handeln und Weitsicht in Münster, das sich gern mit dem Titel Fahrradhauptstadt schmückt“, so Bittner.

Der städtische Verkehrsplaner Michael Milde kennt die schwierige Situation für Radler rund um die Mensa am Coesfelder Kreuz. Man will sich nun die Fahrbahnbreiten noch mal anschauen und überprüfen, ob die Radwege dort etwas breiter gemacht werden können. „Sie sind zu schmal für die vielen Radler, aber wir können den Fußweg dort nicht noch weiter einschränken“, so Milde.

Problematisch ist laut ADFC auch das Fahrradparken im universitären Umfeld. Besonders im Bereich der Mensen sei „die Abstellsituation chaotisch“. Stadt und Uni müssten neue Abstellanlagen bauen, auch seien Luftpumpenstationen und Reparatur-Servicestellen für Leezen im Uni-Bereich sinnvoll.

Uni-Sprecher Norbert Robers sieht am Schloss, im gesamten naturwissenschaftlichen Zentrum, an der Fliednerstraße, an der Scharnhorststraße und am Leonardo-Campus und vielen weiteren Uni-Liegenschaften „ausreichend Fahrrad-Stellplätze und eine gute Mischung aus Ständern und gepflasterten oder geschotterten Flächen als Abstellmöglichkeit für Studierende und Mitarbeiter“. Jeder finde dort seinen Platz.

Eng sei es besonders am Fürstenberghaus, dort habe man bereits mehrere Hundert zusätzliche Stellplätze eingerichtet. Rund um das Juridicum und die ULB am Krummen Timpen überschreite die Stellplatznachfrage die Kapazität der Uni-Flächen.

Uni-Sprecher: Herausforderung zusammen mit der Stadt Münster lösen

Viele Fahrräder stehen auf Gehwegen. „Diese Herausforderung kann zusammen mit der Stadt Münster gelöst werden“, so Robers. Die Eröffnung einer Servicestelle für Fahrradreparaturen in der Innenstadt oder auch am naturwissenschaftlichen Zentrum würde die Uni „sehr begrüßen“, so Robers.

Auch die Sicherheitsfragen müssen laut AFDC „neu überdacht“ werden. Bittner: „Viele Erstsemester sind einen so hohen Anteil von flinken, geübten und bisweilen rücksichtslosen Radlern, die sich mit Hochbord-Radwegen, Geisterradlern, freigegebenen Einbahn- und Fahrradstraßen gut auskennen, nicht gewohnt.“

Erstis sollen besser informiert werden

Stadt und Polizei arbeiten aktuell an einer neuen Form einer Ersti-Infoaktion zur komplizierten Verkehrssituation in Münster. Verkehrsplaner Michael Milde: „Bis zum Wintersemester 2019 wollen wir das Konzept stehen haben.“

Die Polizei führt allerdings schon jetzt Kontrollen durch und hat erste orientierungslose Jungstudenten auf dem Rad zur Kasse gebeten, weil sie während der Fahrt das Handy als Navi nutzten.

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