Ehemaliger Nordstern-Wirt ist tot
Erfolgreich mit der Hähnchen-Idee

Münster -

Klaus Lodde führte 1967 erfolgreich seine Brathähnchen-Idee im Nordstern ein. Das Lokal war die erste Gastronomie in dieser Stadt, die bis drei Uhr nachts öffnen durfte. Der ehemalige Gastronom aus dem Kreuzviertel ist jetzt mit 84 Jahren gestorben.

Dienstag, 23.10.2018, 18:00 Uhr
Klaus Lodde im Jahr 2007
Klaus Lodde im Jahr 2007 Foto: gh

Klaus Lodde, ehemaliger Wirt des Nordsterns in Münster, ist jetzt im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Gastronom setzte die Nordstern-Ära an der Hoyastraße im Kreuzviertel fort, die 1905 mit seinem Großvater Theodor Lodde begonnen hatte.

Klaus Loddes Eltern Heinrich und Hedwig boten ab 1924 das westfälische Programm an. Mit Klaus Lodde zogen die Hähnchen ein. Der Wirt erhielt für die Gockel eine „nächtliche Startgenehmigung“: Der Nordstern war damals der erste und einzige Gastronomiebetrieb, der neben einigen Bars in dieser Stadt bis drei Uhr nachts öffnen durfte. Diese Konzession hat bis heute ihre Gültigkeit behalten.

Vorbild: Wienerwald

Klaus Lodde brachte damals reichlich Kocherfahrung aus anderen Häusern mit in den elterlichen Betrieb. Doch die Münsteraner blieben stur, sie mochten auf Hähnchen nicht verzichten. Klaus Lodde richtete sich nach den Wünschen der Gäste und servierte eben die „Gockel“ nach einem Rezept, das er nicht verriet. Vorbild für sein Wirken war der Wienerwald. Klaus Lodde setzte gemeinsam mit seiner Frau Annegret den Gastronomiebetrieb in dritter Generation ab 1967 fort.

Wirt mit Kult-Charakter

Der Ur-Münsteraner hatte aber auch eine feine Nase für Tradition und behielt darum die Wartesaal-Atmosphäre in seinem Restaurant bei. Er pflegte stets zu sagen: „Was noch fehlt sind das Gleis und der Bahnhof.“

Klaus Lodde trug sich seit Ende der 90er-Jahre mit dem Gedanken, den Betrieb aus Altersgründen zu verkaufen. Doch er mochte seine langjährigen Mitarbeiter wie beispielsweise die Zwillingsschwestern im Service nicht auf die Straße setzen.

Im Jahr 2007 zog sich Klaus Lodde endgültig aus der Gastronomie zurück. „Ich stehe schon unter Denkmalschutz“, sagte der Wirt damals.

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