Niedrige Pegelstände im Rhein bedrohen Heizöl-Lieferungen
Längere Lieferzeit und höhere Preise

Münster -

Verbraucher, die vor der Kälte ihre Tanks noch schnell mit Heizöl füllen möchten, müssen Geduld haben. Die Wartezeiten für die Lieferungen verzögern sich. Die niedrigen Wasserstände unter anderem auf dem Rhein verzögern die Anlieferung. Die Händler rechnen weiter mit längeren Lieferzeiten und höheren Preisen.

Freitag, 26.10.2018, 09:00 Uhr
Verbraucher, die noch rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit ihren Tank mit Heizöl füllen möchten, müssen bereits eine längere Wartezeit einplanen.
Verbraucher, die noch rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit ihren Tank mit Heizöl füllen möchten, müssen bereits eine längere Wartezeit einplanen. Foto: dpa

Die Preise für Heizöl klettern in die Höhe, außerdem müssen Verbraucher momentan länger als üblich auf ihre Öl-Lieferungen warten. Doch von einem Versorgungsengpass möchten Lieferanten von Heizöl in Münster derzeit noch nicht sprechen. Auch das Tankstellennetz der Westfalen AG ist noch mit Kraftstoff versorgt, sagt Sprecher Stefan Jung. Aber die Situation sei eine Herausforderung für die Disposition, fügt er hinzu.

Der Grund für die angespannte Lage auf dem Heizölmarkt und bei der Kraftstoffversorgung sind die derzeit niedrigen Wasserstände des Rhein und seiner Nebenflüsse, über die die Tankschiffe ihre Ware transportieren. Teilweise dürfen die Schiffe nur noch 20 Prozent ihrer üblichen Ladung aufnehmen, sonst laufen sie auf Grund. Die geringen Transportmengen wiederum wirken sich auf die Anlieferung bis zum Verbraucher aus.

Drohende Versorgungsengpässe?

Bis zu drei Wochen können heute von der Heizöl-Bestellung bis zur Lieferung ins Land gehen, sagt Helmut Frauning. Damit seine Stammkunden nicht im Kalten sitzen, habe er bereits im Vorfeld alle angerufen und über die möglicherweise drohenden Engpässe informiert.

Auch die Preise sind für Frauning ein Thema. Die Kosten für einen Liter Heizöl liegen momentan bei 80 Cent und mehr, sagt der Händler von der Hanseller Straße. Im vergangenen Jahr lag der Preis bei 45 bis 47 Cent, so Frauning. Viele Kunden haben darum im vergangenen Jahr auch ihre Tanks randvoll gemacht. Jetzt würden je nach Bedarf nur zwischen 2000 uns 10.000 Liter getankt.

Größere Mengen Heizöl seien momentan auch nicht verfügbar, so der Lieferant, der seinen Handel seit 1976 betreibt. Er blickt zurück: „Wir nähern uns der Ölkrise.“ Damals lag der Preis für einen Liter Öl bei 80 bis 90 Pfennige.

Erhöhte Preise

Dass sich die Lieferzeiten verlängern, bestätigt auch Martin Linkemann, Sprecher des bundesweit tätigen Handelsunternehmens Mobene, das einen Standort in Münster betreibt. Kunden müssten inzwischen 14 Tage auf ihr Heizöl warten. Auch die Preise seien momentan erhöht, erklärt Linkemann.

Obschon sich die niedrigen Pegelstände des Rheins zunächst unter anderem nur auf die Region Köln auswirkten, würden Lieferanten vom Rheinland zur Versorgung ihrer Kunden auf Lager in der weiteren Umgebung zurückgreifen. Darum sei auch mit Auswirkungen bis ins Münsterland zu rechnen.

Versorgung der Tankstellen-Zapfsäulen

Trotzdem gebe es keinen Anlass für Panikkäufe, sagt Linkemann. Sein Fazit: Insgesamt sei die Versorgungslage mit Heizöl gut, aber es sei mit längeren Lieferzeiten und höheren Preisen zur rechnen. Daran könne die Verlagerung der Heizöllieferungen vom Schiff auf die Straße nur wenig ändern.

Dass Schiffe vor allem auf dem Rhein und den angrenzenden Nebenflüssen nur zu einem Drittel beladen werden, wirkt sich auch auf die Kraftstoffanlieferungen aus. Die Westfalen AG in Münster, die 260 Tankstellen betreibt, konnte bisher noch alle Zapfsäulen versorgen, sagt Westfalen-Sprecher Stefan Jung. Er fügt hinzu: „Ich weiß aber nicht, wie es weitergeht.“

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