Kriminalität
Tricküberfall bei Valencia: Diebe nutzten Fahrzeug-Stopp aus

Münster -

Die Fahrt nach Spanien war eine Reise, die Georg Bruns und seine Frau Claudia nicht so schnell vergessen werden. Denn sie wurden Opfer eines dreisten Trickdiebstahls.

Donnerstag, 25.10.2018, 21:00 Uhr
Georg Bruns mit seiner Tochter Ulrike und einem ihrer Pferde. Sie haben eine denkwürdige Fahrt nach Spanien hinter sich.
Georg Bruns mit seiner Tochter Ulrike und einem ihrer Pferde. Sie haben eine denkwürdige Fahrt nach Spanien hinter sich. Foto: mfe

Die Fahrt nach Spanien war eine Reise, die Georg Bruns und seine Frau Claudia nicht so schnell vergessen werden. Die beiden fuhren mit vier Pferden ihrer Tochter Ulrike zu einem Turnier nach Oliva (Spanien). Zwei Pferde standen auf dem Lkw, zwei in einem Anhänger. „Bis hinter die französische Grenze sind wir gut gekommen“, sagt Bruns.

Rund 100 Kilometer vor Valencia überholte sie ein Pkw. „Der Fahrer winkte aufgeregt und zeigte immer auf den Anhänger“, berichtet Bruns. „Wir dachten, es wäre was mit dem Anhänger oder den Pferden.“ Sofort hielten sie auf dem Parkstreifen an, sprangen aus dem Lkw und schauten nach den Tieren. „Das Auto mit dem Fahrer, der uns zugewunken hat, hielt direkt vor dem Transporter. Darauf haben wir aber nicht groß geachtet, unsere Sorge galt den Pferden.“

Im gleichen Augenblick sei ein Beifahrer aus dem Auto gesprungen, öffnete die Lkw-Tür und nahm mit, was er kriegen konnte: Handtasche mit Papieren, Geldbörsen, Kreditkarten und die Kamera. „Bis auf das Handy, dass ich in der Hosentasche hatte, war alles weg.“ Die Täter natürlich auch.

Spontane Hilfsbereitschaft

So konnte Bruns wenigstens noch die Polizei verständigen. „Die kam und kannte das Vorgehen. Es gab vorgefertigte Formulare für diese Art Überfälle“, berichtet er. „Mit einer Kopie der Anzeige, die einem die Polizei mitgibt, waren wir immerhin berechtigt, Mautstellen ab sofort kostenlos zu passieren.“

Doch ein weiteres Problem tauchte auf. Sie mussten tanken – ohne Geld ist da nichts zu machen, und bis zum Turnierplatz reichte der Sprit nicht mehr. „An der Tankstelle stand ein deutsches Fahrzeug mit dem Kennzeichen EM (Emmendingen). „Den Fahrer habe ich gefragt, ob wir Deutschen nicht zusammenhalten können und er mir einen Fünfziger leihen kann.“ Der sei etwas verdutzt gewesen, habe dann aber geholfen. „Das habe ich mittlerweile natürlich mit einem Zehner obendrauf zurückbezahlt“, sagt Bruns mit einem Augenzwinkern.

Sportlicher Trost

Damals war ihm allerdings ganz und gar nicht zum Lachen zumute. Fürs Tanken reichte es, und so kamen sie gerade beim Turnierplatz an. Dort musste Bruns wieder sehen, dass ihm jemand finanziell aushilft. Zumindest so lange, bis Tochter Ulrike, die mit dem Flugzeug nachgekommen war, ihren Eltern „mit etwas Taschengeld“ unterstützen konnte. Für Mutter Claudia hatte sie den Reispass dabei, denn die wollte wieder in Richtung Heimat fliegen, ohne Personalausweis wäre das schwierig geworden.

Immerhin lief für Ulrike Bruns das Reitturnier gut. „Wir würden die 2000 Kilometer lange Tour sofort noch mal machen“, sagt Georg Bruns. „Auf so einen blöden Trick fallen wir garantiert nicht mehr rein.“

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