Bauarbeiten 2019 geplant
Straßenpflaster wird zum Sanierungsfall

Münster -

Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt entwickelt sich immer mehr zum Sanierungsfall. Viele Fugen sind verschwunden, Steine wackeln. Ab 2019 will die Stadt das Problem angehen – zwei wichtige Straßen müssen allerdings weiter auf eine Erneuerung warten.

Samstag, 27.10.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 27.10.2018, 11:48 Uhr
Zwischen Prinzipalmarkt und Rosenstraße ist das Altstadt-Pflaster in teilweise schlechtem Zustand. Ausnahme: der Drubbel, wo die Steine 2003 neu verlegt wurden.
Zwischen Prinzipalmarkt und Rosenstraße ist das Altstadt-Pflaster in teilweise schlechtem Zustand. Ausnahme: der Drubbel, wo die Steine 2003 neu verlegt wurden. Foto: ohw

Bis zu sieben Zentimeter liegen einige Pflastersteine am Spiekerhof auseinander. Das Füllmaterial der Fugen ist längst verschwunden, Unkraut macht sich breit, Zigarettenkippen sammeln sich. Große Teile des Straßenpflasters zwischen Aa-Brücke und Überwasserkirche sind in so schlechtem Zustand, dass Jörn Ludwig vom Tiefbauamt das Wort „extrem“ in den Mund nimmt. „Wenn an der Überwasserkirche ein Bus vorbeifährt“, sagt er, „dann ist die gesamte Fahrbahn in Bewegung.“

Mit Ausnahme des Drubbels, der vor 15 Jahren neu gepflastert wurde, sind etliche Bereiche des Altstadt-Pflasters in die Jahre gekommen – auch in Münsters guter Stube, dem Prinzipalmarkt. Das Tiefbauamt will nun die Sanierung in Angriff nehmen – allerdings (noch) nicht überall.

Aufwendige Sanierung

2019 wird das Pflaster von der Ecke Bogenstraße/Neubrückenstraße bis zur Aa-Brücke saniert, berichtet Tiefbauamtsleiter Michael Grimm. Er rechnet mit einer Bauzeit von zwei Monaten, der Verkehr soll einseitig an der Baustelle vorbeigeführt werden. Hier werden die Fugen mit einem neuartigen Kunststoffmaterial verfüllt, das bereits am Alten Steinweg erprobt worden ist.

Aufwendiger wird, wohl ab 2020, die Straßensanierung zwischen Aa-Brücke und der Ecke Rosenstraße/Schlaunstraße ausfallen. „Hier muss alles raus“, sagt Ludwig. Soll heißen: Die Pflastersteine werden in ein komplett neues Betonbett gelegt. Grimm rechnet mit einer Bauzeit von „acht bis neun Monaten“ – bei Vollsperrung. Die Arbeiten seien allerdings unumgänglich, schon jetzt werde das desolate Pflaster wöchentlich von der Stadt auf Schäden überprüft.

Noch keinen Zeitrahmen gibt es für die – laut Ludwig und Grimm ebenfalls nicht mehr allzu lang aufschiebbare – Erneuerung von Prinzipalmarkt und Ludgeristraße, zwei alles andere als einfache Fälle.

Kopfsteinpflaster in Münster

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  • Das Kopfsteinpflaster in Münsters Altstadt ist an vielen Stellen nicht mehr im allerbesten Zustand. So wie hier am Alten Steinweg...

    Foto: Oliver Werner
  • ...am Spiekerhof und....

    Foto: Oliver Werner
  • ...auf dem Prinzipalmarkt.

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  • Gerade für Radfahrer kann Kopfsteinpflaster ein unangenehmer Untergrund sein, das...

    Foto: Werner
  • ...Fahrvergnügen der Radler leidet darunter.

    Foto: Oliver Werner

Platten um 30 Zentimeter verschoben

2019 ist die Ludgeristraße 50 Jahre Fußgängerzone, das Pflaster ist rund 30 Jahre alt. „In den nächsten zehn Jahren muss etwas passieren“, sagt Grimm. Manche Platten hätten sich bereits um 30 Zentimeter verschoben. Dass es bislang keine konkreten Pläne gibt, ist auch der Tatsache geschuldet, dass es sich um die Haupteinkaufsmeile der Stadt handelt.

Für ganze zwei Jahre würde laut Grimm der Prinzipalmarkt zur Baustelle, sollte auch hier das Pflaster erneuert werden. Unter anderem müsste die Straßenmitte um 30 Zentimeter angehoben werden, damit das Wasser abfließen kann – aktuell versickert es einfach zwischen den Steinen. „Bislang“, sagt Grimm, „hat sich keiner meiner Chefs für eine so umfassende Baumaßnahme begeistern können.“

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