Pro und Contra
Noteingang auf der Ostseite des Hauptbahnhofs: Praktisch oder ungeeignet?

Ist der Noteingang auf der Ostseite des Hauptbahnhofs am Bremer Platz ein geeignetes Zugangs-Provisorium? In unserer Redaktion gehen die Meinungen auseinander.

Samstag, 27.10.2018, 15:00 Uhr
Pro und Contra : Noteingang auf der Ostseite des Hauptbahnhofs: Praktisch oder ungeeignet?
Der umstrittene, provisorische Zugang auf der Ostseite des Hauptbahnhofs in Münster. Foto: Pjer Biederstädt

Pro: Tür erspart Umwege

Das Schlupfloch an der Ostseite des Hauptbahnhofs muss bleiben. Wer aus Richtung des Bremer Platzes in den Bahnhof gelangen will, müsste ohne die versteckte, aber mittlerweile ausreichend bekannte Tür einen weiten Umweg laufen. Für mobil eingeschränkte Personen beispielsweise ist der Noteingang in den Bahnhofstunnel ein Segen. Und nicht nur das: Weil sich Tausende täglich den Weg durch die weiße Tür in der Sperrholzwand bahnen, wird der Hamburger Tunnel entlastet. Nicht unwichtig, schließlich kommt es dort häufig zu brenzligen Situationen zwischen Fußgängern und Radfahrern. Sicher, eine Genehmigung der Stadt sollte eingeholt werden, Sicherheitsrisiken müssen ausgeschlossen werden. Aber im Sinne der Pendlerfreundlichkeit darf die Tür nicht verschlossen werden. Pjer Biederstädt

Contra: Mehr Platz schaffen

Am Hauptbahnhof ist im Prinzip jede Durchgangslösung willkommen – sofern sie praktikabel und ungefährlich ist. Zwei Metalltüren in einer Sperrholzwand sind aber nicht das, was man sich unter einem sicheren Bahnhofszugang vorstellt. Zu Stoßzeiten ist es hier ungemütlich voll, und für Pendler mit Kinderwagen, Rollstühlen oder (geschobenen) Fahrrädern sind die schweren Türen echte Hindernisse. Kundenfreundlichkeit besteht also nicht darin, diesen Notausgang stillschweigend zu dulden, sondern ihn zu einer Alternative auszubauen, so lange es eben geht. Warum also nicht vorübergehend den Tunnel öffnen, den Zugang etwas breiter machen und das Ganze ausschildern? Die bloße Existenz dieser Ausweichstrecke beweist, dass es in dieser Hinsicht Spielraum gibt.  Lukas Speckmann

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