Sechste TEDx im Theater Münster
Geschichten, die Mut machen

Münster -

Die Einstellung zu Reichtum und Geld, der mitunter schwere Stand als Imamin in einer Männergesellschaft, Terroranschlag und Insektenschutz: Die sechste Auflage der TEDx, diesmal im Theater Münster, bot vielschichtige Themen.

Montag, 05.11.2018, 09:00 Uhr
Zum abschließenden Gruppenbild versammelten sich alle Beteiligten auf der großen Bühne.
Zum abschließenden Gruppenbild versammelten sich alle Beteiligten auf der großen Bühne. Foto: Maria Conlan

Am Freitag gehörte TEDx fünf Stunden lang die große Bühne im Theater vor ausverkauftem Haus. Zu hören waren Redner verschiedener Nationalitäten und Themenbereiche. Es war ein Abend voll spannender Entdeckungen des bislang Unbekannten.

TED steht für „Technology, Entertainment, Design“ und für Ideen, die es wert sind, eine Bühne zu bekommen. In Münster war es die sechste TEDx-Veranstaltung. Dieses Jahr beinhalteten viele Talks Widerstände, Rück schläge, Schicksalsschläge. Es wurden Mutmachgeschichten von Personen erzählt, die ihren Traum leben, sich engagieren, zufrieden leben, auch dank der Unterstützung ihrer Familie.

So wie bei Dorothée Loorbach mit ihrer neuen Einstellung zu Reichtum und Geld. Es ging aber auch um die Durchsetzung in einer Männergesellschaft als Imamin (Sherin Khankan), das Erlernen der Gebärdensprache (Atilla Gum mit Natalie Deewan und Sheyla Pe rez), dunkle Ma terie und wie trotz Rückschlägen wei ter geforscht wird (Christian Wein heimer).

Hans-Dietrich Reckhaus berichtete von seinem Wandel vom Insektenvernichter zum -schützer. Thabet Azzawi spielte auf seiner Oud und erzählte von seinem Rechtsdruck-Widerstand in Dresden.

Dirk von Gehlen ermutigte, sich positiv Herausforderungen zu stellen und nicht den Umgang mit Neuerungen zu scheuen.

Wichtige Sätze aus den einzelnen Talks gab es anschließend als Zeichnung im Postkartenformat zum Mitnehmen, dank der münsterischen Zeichner Gaernter & Markes.

Christoph Salzig und Wiebke Borgers vom TEDx-Team moderierten den Abend, Martin Mall sorgte für Unterhaltung mit seinen musikalischen Einlagen über Schreibmaschine und Smartphone. Die Musikgruppe Looking for Ella präsentierte dem Publikum drei eigene Lieder.

Zwischen drei Talk-Sessions gab es in den Pausen Gelegenheit, sich über eigene Herausforderungen Gedanken zu machen und diese an Pinnwände zu kleben. Dies half, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ansonsten war das im Theater wegen der Örtlichkeiten schwieriger als im Schloss, wo alle näher an der Bühne saßen und auch das Foyer überschaubarer ist.

Sehr emotional waren die Talks des 16-jährigen Marian Grau und seiner speziellen Trauerbewältigung nach dem Tod seines Bruders. Ebenso begeisterte Anas Alhakim, weil er trotz seiner seltenen Erkrankung allein in seinem Rollstuhl nach Deutschland aufbrach, um hier sein Traumstudium anzutreten.

Viel Applaus gab es für den Schotten Campbell Wilson, der trotz Erleben des Lockerbie-Anschlags und nach einem Schlaganfall großen Lebensmut besitzt. Standing Ovations erhielten Nora Hespers und Stephanie Borgert für ihre Erinnerungen an die Großväter, der eine SS-Kämpfer, der andere Widerstandskämpfer gegen die Nazis. Beide appellierten an Menschlichkeit.

Und die Stimmen aus dem Publikum? Sehr vielseitig, die unterschiedlichen Blickwinkel und Bereiche begeisterten, so der Tenor der meisten befragten Besucher. In den nächsten Monaten werden nach und nach die Talks per Video online abrufbar sein.  

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