So., 11.11.2018

40 Jahre Internationales Jazzfestival im Theater Münster Drei Tage für Entdeckungen

Die Mikrofon-Höhe könnte passen; doch der Basset wird die Tuba und das Saxofon Sérgio Carolino (r.) und Mário Marques aus Portugal überlassen.

Die Mikrofon-Höhe könnte passen; doch der Basset wird die Tuba und das Saxofon Sérgio Carolino (r.) und Mário Marques aus Portugal überlassen. Foto: Stadt Münster

Münster - 

Was für ein Segen, dass Fritz Schmücker ein Freak mit langen Haaren war. Ein Freak mit grauen Haaren ist.

Von Gerhard H. Kock

Was für ein Segen, dass Fritz Schmücker ein Freak mit langen Haaren war. Ein Freak mit grauen Haaren ist. Seit vier Jahrzehnten darf er seine persönliche Passion zu einem öffentlichen Ereignis machen: das Internationale Jazzfestival Münster. Was 1979 als studentische Initiative begann, ist mittlerweile die größte wiederkehrende Musikveranstaltung der Stadt und gehört zu den herausragenden Festivals in Deutschland. Vom 4. bis 6. Januar 2019 lädt das Kulturamt der Stadt Münster zur Geburtstagsausgabe ein. Und die Qualität der vergangenen Festivals lässt auch für die 27. Ausgabe erwarten, dass „ausverkauft“ nur eine Frage von Wochen, vielleicht nur Tagen ist.

Über 4000 Besucher werden an drei Tagen für voll besetzte Ränge im Theater Münster sorgen – und für euphorische Festival-Stimmung. Die Preise wurden im Schnitt um zehn Prozent erhöht. Der günstigste Pass fürs ganze Festival kostet (bei Ermäßigung) 53,50 und der teuerste 133 Euro. Für den einzelnen Abend mit vier Band reicht die Preisspanne von 14 bis 46 Euro.

Erwartet werden am ersten Januar-Wochenende rund 100 Musiker aus 15 Ländern. In 17 Konzerten präsentiert das Festival die charakteristische Mischung aus Neuentdeckungen und vertrauten Namen. Denn einen roten Faden gibt es nicht (vom roten Ferrari-Flügel mal abgesehen), außer vielleicht das erfahrungsgetränkte gute Ohr von Fritz Schmücker. Allein in diesem Jahr hat er schon zehn Jazz-Festivals besucht und Formationen für zehn Deutschland-Premieren und eine Weltpremiere eingeladen. Und jeder Abend soll Schmückers „Ästhetik der Kontraste“ widerspiegeln: „Ich brüte viele Stunden darüber, wie die Programmfolge ist.“

Eine kleine Besonderheit sind drei Sängerinnen – „jede mit einer höchst eigenen Klangfarbe“, schwärmt Schmücker. Dank „Axes“ aus Portugal beginnt das Jazz­festival mit einem „Paukenschlag“, besser sattem Saxofon-Sound, denn vier davon (plus Drums) eröffnen im Großen Haus die Konzerte. Zur Eröffnung des Samstagskonzerts widmet sich ein internationales Sextett der Komponisten-Legende Louis Thomas Hardin (1916-1999) genannt „Moondog“, der in Münster gestorben und auf dem Zentralfriedhof begraben ist. Zum Abschluss am Sonntag wird es auch theatralisch spektakulär: Gewandet in einen funkelnden Lamé-Faltenwurf wird „Queen Mu“ (Angela Maria Reisinger) einen opulenten Auftritt haben, singt und deklamiert mit tiefem Timbre. Im schwarz-dramatischen Kontrast dazu die österreichisch-deutsche Formation „Shake Stew“.

Der Westfalen-Jazz-Preis wird wieder verliehen, am Sonntag das Familien-Konzert angeboten, bei dem Konrad Koselleck (Bruder des münsterischen Künstlers Ruppe) mit dem NRW-Jugendjazzorchester die jungen Zuhörer der „Big Band Bauklötze“ staunen lassen will. Eine Jazzfilm-Reihe von Cuba-Cultur sorgt im Cinema für ein Warm-Up.

Zum Thema

Der Run auf die Karten ist seit Mitte der 1990er Jahre ungebrochen – das Festival ist regelmäßig weit im Vorfeld ausverkauft. Der Kartenvorverkauf für 2019 beginnt am Donnerstag (15. November) um 10 Uhr im Theater Münster, Neubrückenstraße (' 590 91 00), sowie online:  | www.theater-muenster.com



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6178854?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F