Sa., 10.11.2018

Kinder-Uni zur Judenverfolgung Warum im Pass von Max ein „J“ war

Die Historikerin Dr. Sarah Thieme vom Exzellenzcluster Religion und Politik hielt am Freitagnachmittag die Kinder-Uni-Vorlesung.

Die Historikerin Dr. Sarah Thieme vom Exzellenzcluster Religion und Politik hielt am Freitagnachmittag die Kinder-Uni-Vorlesung. Foto: kal

Münster - 

Die Verfolgung jüdischer Mitbürger im „Dritten Reich“ war Thema der Kinder-Uni-Vorlesung am Freitag. Nach dem Vortrag von Dr. Sarah Thieme hatten die Kinder noch viele Fragen an die Historikerin.

Von Martin Kalitschke

Als die Historikerin Dr. Sarah Thieme ihre Kinder-Uni-Vorlesung über die Verfolgung der Juden während des Nationalsozialismus beendet hatte, schossen die Finger nur so in die Höhe. Die Jungen und Mädchen hatten noch ungewöhnlich viele Fragen. Warum hatten die Nazis überhaupt etwas gegen Juden? Was geschah mit den Menschen in den Konzentrationslagern? Haben sich die Nazis auch an Säuglingen und Kindern vergriffen? Und was passierte mit Menschen, die sich weigerten, den Judenstern zu tragen? Die Kinder-Uni-Vorlesung, die genau 80 Jahre nach der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 stattfand, schien viele Kinder zu bewegen.

Fotostrecke: Kinder-Uni thematisiert Verfolgung der Juden

Zuvor hatte Sarah Thieme, die am Exzellenzcluster Religion und Politik arbeitet, die einzelnen Stufen der Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung der Juden in NS-Deutschland erläutert. Unter anderem projizierte sie den Reisepass des achtjährigen Max Oppenheimer an die Wand, der mit einem dicken, gelben „J“ für Jude gestempelt war. Zudem zeigte sie das Foto eines „Judensterns“, den jeder Deutsche jüdischen Glaubens tragen musste. „So waren Juden sofort zu erkennen“, sagte Thieme. Diskriminierung und Verfolgung wurden damit noch einfacher.

Auch in Münster brannte am 9. November 1938 die Synagoge. „Viele Schüler gingen am nächsten Tag zum Ort des Geschehens und schauten sich die Ruine an“, berichtete Thieme aus zeitgenössischen Quellen. Zudem erläuterte sie, dass jüdische Schüler schon lange vor der systematischen Verfolgung nicht mehr ihre Schulen besuchen, ins Kino gehen oder auf der Werse paddeln durften.

Zum Thema

Die nächste Kinder-Uni-Vorlesung ist am 14. Dezember um 16.15 im Hörsaal H1 am Schlossplatz. Dann geht es um „SMS, Sprachnachrichten und Emojis“.



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