Sa., 10.11.2018

Biotonnen-Kontrolle Gelbe und Rote Karten für die Biotonne

Kontrolleur Karl-Heinz Schrade (r.) und Volker Gaasch vom AWM-Kundenservice zeigen drei Biotonnen: Eine korrekt befüllte (rechts), eine mit „Gelber Karte“ mit etwas Plastik darin und eine mit „Roter Karte“, die schwere Befüllungsfehler wie eine Lackflasche enthält.

Kontrolleur Karl-Heinz Schrade (r.) und Volker Gaasch vom AWM-Kundenservice zeigen drei Biotonnen: Eine korrekt befüllte (rechts), eine mit „Gelber Karte“ mit etwas Plastik darin und eine mit „Roter Karte“, die schwere Befüllungsfehler wie eine Lackflasche enthält. Foto: zin

Münster - 

Für so manchen mag es ein Kavaliersdelikt sein, für die AWM bedeuten unsachgerecht getrennte Abfälle in Biotonnen dagegen ein großes Ärgernis. Daher soll nun vermehrt kontrolliert werden.

Von Arndt Zinkant

Es wirkt wie eine Mischung aus Knöllchen und dem Pfeifen des Schiedsrichters beim Fußball: Ab dem 19. November werden Münsters Biotonnen mit gelber oder roter Karte versehen - wenn sie denn falsch befüllt sind. Aber genau das wollen die Abfallwirtschaftsbetriebe vermeiden, wie beim Pressegespräch vor Ort deutlich wurde.

Das Prinzip sei einfach: Enthalte ein Tonne Störstoffe wie Plastiktüten, kompostierbare Folienbeutel, Glas oder Metall, bekomme sie die „Gelbe Karte“ angehängt, werde aber trotzdem noch geleert. Wenn sich bei einer zweiten Kontrolle nichts geändert hat, folge die Rote Karte.

Störstoffe in 80 Prozent der Tonnen

„In besonderen Härtefällen passiert das auch schon bei der ersten Kontrolle, und zwar dann, wenn die Biotonne komplett falsch befüllt ist oder Problemabfälle wie Öldosen oder Haarsprayflaschen enthält“, erklärt AWM-Sprecherin Manuela Feldkamp.

Vorausgegangen war die aus Sicht der AWM erfolgreiche „Aktion Biotonne Münster“ – eine umfangreiche Informations- und Motivationskampagne. Denn noch immer seien in rund 80 Prozent der hiesigen Biotonnen Störstoffe enthalten.

Verschwendung von Ressourcen

Im August 2017 war man mit dem Ziel gestartet, langfristig eine „sortenreine Trennung“ zu erreichen. Ein hoher Anspruch, aber eben auch wichtig - denn gerade die Biotonne enthalte wichtige Wertstoffe für die Wiederverwertung. Hier entstünden die höchsten Kosten - „Wir verschwenden hier Ressourcen“, sagt Manuela Feldkamp.

Projektleiter Mario Beutel erläutert, dass leider die Sieb-Filter im Recycling nicht alle winzigen Plastikteilchen herausbekommen – und diese landen dann über den Verkauf (etwa an Gartenbetriebe) im Boden.

Viele Bürger sortieren schon gut

Die humorige Info-Kampagne (Bild oben) habe Wirkung gezeigt: Der Wissensstand etwa über kompostierbare Folienbeutel habe sich verbessert. Die Folge: Der Gewichtsanteil der Störstoffe von 3,5 Prozent im Sommer 2017 habe sich auf 1,9 Prozent im Frühjahr 2018 reduziert, wie die FH Münster im Auftrag der Stadtwerke herausfand. Der Folienanteil habe sich halbiert.

Die Kontrollen hätten in anderen Kommunen gute Wirkung gezeigt. Insgesamt sollen alle 80 münsterischen Biotonnenreviere sukzessive kontrolliert werden. Ein Lob für die Bürger hat Manuel Feldkamp aber auch : Diese würden bereits gut sortieren. „Nun gilt es, auch die zu erreichen, die noch Nachholbedarf haben.“



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