Erstes Kinderkonzert des Sinfonieorchesters
Mucksmäuschenstill gelauscht

Münster -

Die Mädchen im Publikum wollen unbedingt den glitzernden Schuh ausprobieren, den Aschenputtel im Schloss des Prinzen beim Ball verloren hat. Sogar einige Jungen trauen sich. Ein paar Kindern passt das Schuhwerk – ob sie wohl auch einen Märchenprinzen (oder eine Märchenprinzessin) finden werden?

Montag, 12.11.2018, 18:38 Uhr
Das Märchen „Aschenputtel“ steht im Mittelpunkt des ersten Kinderkonzertes der Spielzeit.
Das Märchen „Aschenputtel“ steht im Mittelpunkt des ersten Kinderkonzertes der Spielzeit. Foto: Heike Eickhoff

„Sogar die Musiker legten die Instrumente zur Seite, um die unbekannte Schöne zu bewundern!“, wusste Ilka Roßbach, neue junge Musikvermittlerin am Theater Münster, über das Auftauchen des im schicken Zauberkleid steckenden Aschenputtels im Schloss des Prinzen zu erzählen. Und tatsächlich, die Musiker des Sinfonieorchesters Münster standen auf und schauten bewundernd nach vorn.

Roßbach moderierte das erste Kinderkonzert der Spielzeit und hatte dazu das Märchen vom Aschenputtel aufbereitet. Das Sinfonieorchester unter Thorsten Schmid-Kapfenburg sorgte für die märchenhafte Musik zur Story. Mit der Ouvertüre zur Oper „La Cenerentola“ („Aschenputtel“) von Gioachino Rossini begann es. Die kleinen und großen Zuhörer lauschten mucksmäuschenstill; das Orchester zauberte sanft anschwellende Crescendi und glänzte mit exakten Ablösungen in den Holzbläsern. Ilka Roßbach erzählte anschließend das Märchen vom Aschenputtel im Wechsel mit Musik aus Rossinis und Jule Massenets („Cendrillon“) Opern und Sergej Prokofjews Ballett („Cinderella“). In vielen Ländern sei das Märchen bekannt, so Roßbach. Deshalb habe es so viele Namen.

Links vom Orchester deuteten ein einfaches Kleid auf einer Kleiderpuppe und zwei weiße Tauben auf einer Schaukel die Küche im Hause der Stiefmutter an, in der Aschenputtel für sie und die boshaften Stiefschwestern schuften musste. Auf der rechten Seite der Bühne sorgten ein Abendkleid und ein Kronleuchter für Märchenschloss-Atmosphäre. Eine rotierende Discokugel und projizierte rote Rosen gaben dem rauschenden Brautschauball beim Prinzen eine dicke Prise Glitzer.

Viel strahlende, bunte Musik und die mädchenhaft und leicht wirkende Moderation Roßbachs griffen nahtlos ineinander. Oft griff sie zu einem Märchenbuch, einmal schüttete sie Linsen aus (wie die böse Stiefmutter im Märchen) – dann wurde es ein bisschen szenisch. Die kleinen und großen Zuhörer im voll besetzten Kleinen Haus waren begeistert.

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