Bundesverdienstkreuz für Dr. Tom Wahlig
Seltene Krankheit erforscht

münster -

Für seinen mittlerweile 20-jährigen Kampf gegen HSP (Hereditäre Spastische Spinalparalyse) bekam der 80-jährige Pharmazeut Dr. Tom Wahlig die Urkunde von Regierungspräsidentin Dorothee Feller überreicht. Die Tom-Wahlig-Stiftung fördert die Erforschung dieser seltenen Krankheit - etwa mittels Symposien oder Stipendien.

Montag, 12.11.2018, 21:30 Uhr
Das Bundesverdienstkreuz am Bande wurde am Montag von Regierungspräsidentin Dorothee Feller in einer Feierstunde an den Pharmazeuten Dr. Tom Wahlig, den Gründer der „Tom-Wahlig-Stiftung“, überreicht.
Das Bundesverdienstkreuz am Bande wurde am Montag von Regierungspräsidentin Dorothee Feller in einer Feierstunde an den Pharmazeuten Dr. Tom Wahlig, den Gründer der „Tom-Wahlig-Stiftung“, überreicht. Foto: Matthias Ahlke

Vor ein paar Tagen erst hatte Dr. Tom Wahlig das 20-jährige Bestehen seiner Stiftung mit einer Fotoausstellung in der Bezirksregierung gefeiert. Sie zeigt, wie Menschen mit einer seltenen Krankheit leben; am Montagabend wurde der Pharmazeut und Unternehmer Wahlig im Kreis von Familie und Freunden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

„Jetzt darf ich Sie piksen“, sagte Regierungspräsidentin Dorothee Feller lächelnd, als sie die Ehrung ans Revers heftete. „Nichts lieber als das“, lächelte der Geehrte. „Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, eine weitestgehend unbekannte Krankheit aus ihrem Schattendasein zu holen“, sagte die Regierungspräsidentin, als sie die Begründung verlas.

Die genannte Krankheit heiß HSP (Hereditäre Spastische Spinalparalyse). An dieser leiden deutschlandweit etwa 3000 Menschen, deren Rückenmark sich degenerativ verändert, wobei Nervenfasern geschädigt werden, was oft in Rollstuhlabhängigkeit endet.

Tom Wahligs Familie war persönlich betroffen. Seine 2017 verstorbene Ehefrau litt an HSP ebenso wie sein anwesender Sohn Dr. Henry Wahlig. Seinetwegen vor allem war die Stiftung vor 20 Jahren gegründet worden – da war der Vater bereits 60 Jahre alt. Mittlerweile ist Tom Wahlig 80 und hat die Geschäftsführung seiner Schwiegertochter Susanne Wahlig übergeben.

Immer wieder hat der Gründer die Republik bereist, bei Neurologen an Uni-Kliniken vorgesprochen, um für spezielle HSP-Sprechstunden zu werben. Es wurde erkannt, dass frühe Diagnosen die Behandlung begünstigen und sogar Leben retten können. Die Stiftung organisiert darüber hinaus das „Tom-Wahlig-Symposium“, das Fachleute aus der ganzen Welt zum wissenschaftlichen Austausch zusammenführt. Die deutsche HSP-Forschung ist mittlerweile weltweit von Bedeutung.

Der Geehrte verwies bescheiden auf jene Menschen, die ihm immer zur Seite gestanden haben. Dabei zitierte er das Abitur-Thema seines Vaters im Fach Deutsch: „Was du bist, das bleibst du anderen schuldig.“

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