Polizei vermutet hohe Dunkelziffer
Porno-Masche: Schon 35 Anzeigen wegen Erpresser-Mails

Münster -

Auch bei Internetnutzern aus Münster versuchen Betrüger aktuell wieder, mit einer Porno-Betrugsmasche Kasse zu machen. In ihren E-Mails behaupten die Täter, die Empfänger beim Anschauen von Pornos gefilmt zu haben. Die münsterische Polizei sprach am Mittwoch per Twitter eine Warnung vor den betrügerischen Erpresser-Mails aus.

Mittwoch, 14.11.2018, 16:30 Uhr aktualisiert: 14.11.2018, 16:34 Uhr
Polizei vermutet hohe Dunkelziffer : Porno-Masche: Schon 35 Anzeigen wegen Erpresser-Mails
Zahlreiche Münsteraner haben in den vergangenen Wochen erpresserische E-Mails erhalten. Foto: Colourbox.de (Symbolbild)

„Aktuell bekommen wir vermehrt Hinweise auf diese Erpressermasche im Netz“, heißt es in dem Tweet. Polizeisprecherin Antonia Klein bestätigt gegenüber unserer Redaktion, in den vergangenen vier Wochen seien insgesamt 35 Anzeigen wegen entsprechender Mails eingegangen. Allerdings sei die Dunkelziffer bei dieser Art Erpressung aus Schamgefühl der Betroffenen vermutlich sehr groß. „Außerdem dürften viele dieser Mails in Spamordnern landen, sodass einige Betroffene den Erpressungsversuch gar nicht bemerken“, sagt Klein.

Die Betrugsmasche ist unter der Bezeichnung Sextortion bekannt, hergeleitet vom englischen „Extortion“ für Erpressung. Konkret drohen die Täter in den E-Mails mit der Veröffentlichung von Nacktbildern oder Videos, die das Opfer angeblich bei sexuellen Handlungen zeigen. Sie behaupten, den Computer der Betroffenen gehackt und damit Zugriff auf die Webcam erhalten zu haben.

Als angeblichen Beweis präsentieren die Täter Passwörter oder persönliche Daten der Betroffenen. Diese stammen oft aus zurückliegenden Hacker-Angriffen gegen große Provider oder Online-Dienstleister. Die Täter erwerben die Daten im Darknet und nutzen sie für ihre Zwecke.

Polizei rät auf jeden Fall zur Anzeige

„Wir raten allen Betroffenen, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten“, sagt Polizeisprecherin Klein. „Nur so haben wir einen Ermittlungsansatz.“ Anhaltspunkte könnte beispielsweise die in den Erpresser-Mails genannte Bitcoin-Adresse geben.

Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt empfahl bereits im Sommer bei einer Welle mit entsprechenden Mails, den Geldforderungen der Betrüger keinesfalls nachzukommen und das Betriebssystem sowie den Virenschutz stets aktuell zu halten. Zusätzlich sollte die Webcam in Zeiten der Nichtnutzung deaktiviert oder abgeklebt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6191244?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker