Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol
„Voll ist out“: Kampagne geht ins 15. Jahr

Münster -

Die Volksdroge Alkohol ist bei jungen Menschen nicht mehr so angesagt. Die Stadt kämpft dennoch weiter für Aufklärung mit einer bewährten Kampagne.

Donnerstag, 15.11.2018, 16:18 Uhr
Zwei Plakatmotive, eines davon hier in den Händen von Anna Pohl und Georg Piepel, sollen die Kampagne „Voll ist out“ in diesem Jahr unter dem Motto „Alkoholfrei. Mittendrin“ unterstützen.
Zwei Plakatmotive, eines davon hier in den Händen von Anna Pohl und Georg Piepel, sollen die Kampagne „Voll ist out“ in diesem Jahr unter dem Motto „Alkoholfrei. Mittendrin“ unterstützen. Foto: Björn Meyer

„Alkohol ist eine gesellschaftsfähige, legalisierte Droge. Ich kenne keine Feier, auf der es ihn nicht gibt“, sagt Anna Pohl, Leiterin des städtischen Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. Heranwachsende und junge Erwachsene von diesem Stoff komplett fern zu halten, sei nicht zuletzt deswegen nahezu unmöglich.

Die Stadt Münster setzt daher seit 15 Jahren, vor allem in der Karnevalszeit, auf einen anderen Ansatz bei dem Thema. „Die Kampagne „Voll ist out“, soll für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol sensibilisieren“, sagt Georg Piepel, Fachstellenleiter Drogenberatung. Daher werden zu Beginn des kommenden Jahres wieder Zweier-Teams der Kampagne, leicht zu erkennen an der Signalfarbe „Orange“, über die einschlägigen Meilen und in die Szenekneipen gehen.

Die Stadt sieht sich in ihrem Konzept bestätigt, auch wenn die öffentlich wahrnehmbare Arbeit von „Voll ist out“ nur ein kleines Puzzlestück sei. „Unter anderem stehen auch die Eltern in der Pflicht“, sagt Georg Piepel, der die wahre Arbeit der Stadt derweil in der kontinuierlichen Aufklärung in Schulen und Jugendeinrichtungen sieht. Und genau das scheint zu funktionieren, auch weil man, ähnlich wie beim Tabakkonsum, auf einen Wertewandel in der Jugend setzt. Deutschlandweit gäben rund ein Drittel der Jugendlichen an, noch nie Alkohol getrunken zu haben. Zudem sei das Einstiegsalter für Alkoholkonsum in den vergangenen zehn Jahren leicht, aber kontinuierlich angestiegen. Ist voll also wirklich schon out? Zur Wahrheit gehört laut den Zahlen des Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung auch, dass immer noch durchschnittlich mehr als ein Jahr vor dem 16. Geburtstag, und demnach früher als das Gesetz erlaubt, mit dem Alkoholkonsum begonnen wird. Dennoch: In Münster sei die Zahl der Krankenhauseinlieferungen der zehn- bis 20-Jährigen infolge von Alkohol um 34 Prozent auf 93 zurückgegangen. Bei den zehn- bis 15-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 72 Prozent. „Klar ist aber auch, 93 Einlieferungen ins Krankenhaus sind 93 zu viel“, sagt Georg Piepel.

Für den Rosenmontagszug hat die Stadt derweil angekündigt, wieder auf die alkoholfreie Zone für Familien, die im vergangenen Jahr an der Engelenschanze Premiere feierte, zu setzen. Der Bereich soll Richtung Schorlemer Straße sogar noch vergrößert werden.

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