Do., 15.11.2018

Uraufführung im Kleinen Haus Sehnsucht nach Okinawa

Beate (Regine Andratschke, l.) und Ute K. (Carola von Seckendorff) geraten in dem Stück „Tot sind wir nicht“ in absurd komische Situationen.

Beate (Regine Andratschke, l.) und Ute K. (Carola von Seckendorff) geraten in dem Stück „Tot sind wir nicht“ in absurd komische Situationen. Foto: Oliver Berg

Münster - 

Auf der zu Japan gehörenden Insel Okinawa werden die Menschen alt, sehr alt sogar. Die „Insel der Hundertjährigen“ wird sie darum gern genannt. Doch ist sie deshalb gleich ein Sehnsuchtsort?

Von Petra Noppeney

Wenn es nach den beiden Protagonistinnen im Stück „Tot sind wir nicht“ geht, dann: Ja! Die beiden wollen gern weg, woanders glücklich werden. Doch leider steht Willi, der Mann von Ute K., den beiden im Weg. Noch bevor seine Frau und ihre Freundin Beate das Geld für die Reise aus den weiterverkauften Medikamenten, die eigentlich für Willi bestimmt sind, zusammenhaben, stirbt er. Wie aber bezahlt man eine Beerdigung, ohne die Reisekasse unnötig zu belasten?

Svenja Viola Bungarten, Jahrgang 1992, hat das Stück geschrieben, das heute in der Inszenierung von Maik Priebe in Münsters Kleinem Haus uraufgeführt wird. Was ihm an dem Text der jungen Autorin gefällt? „Sie hat bei der Matinee zur Premiere gesagt, dass es kaum Stücke für ältere Schauspielerinnen gibt. Und die wolle sie als junge Autorin liefern. Das ist eine Haltung, die ist toll“, schwärmt der aus Schwerin stammende Priebe, der unter anderem schon am Staatstheater Kassel, am Deutschen Nationaltheater Weimar und am Wiener Burgtheater inszeniert hat.

Freuen werden sich vermutlich auch Regine Andratschke und Carola von Seckendorff, denn sie spielen die beiden Frauen in der Zwickmühle.

Diese treffen im Stück auf Franka, eine Figur, die wie der Tod durch die Szene wandelt, und auf zwei zwielichtige Bestattungsunternehmer, die sich im „Bestattungsstau“ befinden. Zu innovativ sind die Ideen des Neffen und seines Onkels von einem individuellen Begräbnis. Auch Franka sucht andere Bestattungsmethoden: auf Basis einer Gefriermethode, die Tote Jahre später erneut ins Leben zurückholt. „Diese Idee gibt es tatsächlich“, schiebt Priebe nach.

Klingt ganz schön makaber. Der Regisseur spricht aber lieber von einer „grotesken Geschichte, die die Frauen in absurd komische Situationen geraten lässt“. Diese ist in seinen Augen „wunderbar poetisch, klug, und humorvoll“ von der Autorin verfasst worden. Priebe verspricht einen „sprachlich virtuosen Theaterabend, der Lust macht auf weitere Stücke der Autorin“. Susanne Maier-Staufen hat zu dem Schauspiel ein Bühnenbild entwickelt, das die Figuren über Hausdächer, Gräberfelder und Tiefkühlhäuser laufen lässt.

Zum Thema

Für die Uraufführung am heutigen Freitag (16. November) um 19.30 Uhr im Kleinen Haus, Neubrückenstraße 63, gibt es noch Restkarten an der Theaterkasse, '  59 09 100. Die nächsten Aufführungen folgen am 24. November sowie am 1., 15. und 20. Dezember.



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