Do., 15.11.2018

Klarastift: Teure Personalentscheidung für die Stadt Mitarbeiter fühlen sich hintergangen

Das Klarastift steht vor tiefgreifenden Veränderungen.

Das Klarastift steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Foto: ah

Münster - 

Die Mitarbeiter des Altenzentrums Klarastift haben sich mit einer Brandmail an Vertreter von Politik und Verwaltung gewandt. Der Umgang mit den Mitarbeitern und dem abgesetzten langjährigen Geschäftsführer Dr. Michael Lucas sei eine Schande. Die Personalentscheidung kommt die Stadt zudem teuer zu stehen.

Von Karin Höller, Ralf Repöhler

Ärger, Entsetzen und die Furcht, wie es weitergehen soll, bestimmen derzeit die Stimmung unter vielen Mitarbeitern des Altenpflegezentrums Klarastift. Mit einer Brandmail hat sich die Mitarbeitervertretung an zahlreiche Vertreter von Politik und Verwaltung gewandt und ihren Unmut über die Informationspolitik und die Absetzung ihres langjährigen kaufmännischen Geschäftsführers Dr. Michael Lucas geäußert.

„Die Art und Weise, uns zu unterrichten, der Umgang mit uns und insbesondere der Umgang mit Herrn Dr. Lucas ist einfach eine Schande!“, heißt es in dem Schreiben. Man fühle sich hintergangen. Und weiter: „Diese Farce (...) tritt die Werte, die das Lebenszentrum Klara­stift und seine Mitarbeiter vertreten, mit Füßen!“ Aus diesem Grund ist Aufsichtsratsvorsitzende Anne Hakenes am Mittwoch zurückgetreten.

Die Stadt als Gesellschafterin hatte in dieser Woche die Konsequenzen aus der aus ihrer Sicht unbefriedigenden pflegerischen und wirtschaftlichen Situation gezogen und sich mit ratsfraktionsübergreifender Zustimmung von Lucas fristlos getrennt sowie den Gesundheitsexperten Dr. Holger Praßel als Interims-Geschäftsführer eingesetzt. Praßel will am Freitag in einer Betriebsversammlung erklären, wie es weitergehen soll.

Liquiditätsprobleme nach Aufnahmestopp

Das Klarastift hat nach einem im Juni wegen pflegerischer Mängel verhängten Aufnahmestopp erhebliche Liquiditätsprobleme. Monatlich fehlen unterm Strich 70.000 Euro, die Mitarbeiter fürchten unter anderem um ihr Weihnachtsgeld.

Ähnlich wie bei der Freistellung der beiden Stadtwerke-Geschäftsführer wird die Entlassung von Lucas für die Stadt teuer. Von mehreren Hunderttausend Euro ist die Rede, sollte der freigestellte Geschäftsführer den Klageweg wählen. Unklar ist, aus welchem Topf eine Abfindung für Lucas bezahlt werden soll, der das Klara­stift gut 20 Jahre geführt hatte. Dazu kommt – vergleichbar mit den Stadtwerken – das hohe Gehalt für den Interims-Geschäftsführer.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6193827?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F