Mo., 19.11.2018

Volkshochschule Aegidiimarkt Das Provisorium wird saniert

Seit einigen Jahren ist die Volkshochschule Münster provisorisch im Aegidiimarkt untergebracht. Die bauliche Situation macht nach Einschätzung der Verwaltung Sanierungsarbeiten erforderlich.

Seit einigen Jahren ist die Volkshochschule Münster provisorisch im Aegidiimarkt untergebracht. Die bauliche Situation macht nach Einschätzung der Verwaltung Sanierungsarbeiten erforderlich. Foto: Ahlke

Münster - 

Die Volkshochschule (VHS) sollte nur vorübergehend im Aegidiimarkt untergebracht werden – doch mittlerweile sind aus dem Provisorium mehrere Jahre geworden. Die Verwaltung schlägt nun vor, mit der Vermieterin, der WBI, ein Konzept für eine Sanierung zu erarbeiten.

Von Martin Kalitschke

Die Volkshochschule (VHS) sollte nur vorübergehend im Aegidiimarkt untergebracht werden – doch mittlerweile sind aus dem Provisorium mehrere Jahre geworden. Dabei bietet die Immobilie baulich alles andere als gute Voraussetzungen – der Eingang ist nicht gerade einfach zu finden, die Räumlichkeiten sind verwinkelt. Zudem nehmen die baulichen Mängel zu, die Toiletten sind alt, immer wieder kommt es zu Wassereinbrüchen, berichtet Stadtdirektor Thomas Paal. Für ihn steht fest: „Die Situation ist dort so schlecht, dass dringend gehandelt werden muss.“

Die Verwaltung schlägt in einer Vorlage, über die am 12. Dezember der Rat entscheiden wird, vor, mit der Vermieterin, der Westfälischen Bauindustrie (WBI), ein Konzept für eine Sanierung zu erarbeiten. Die WBI habe bereits erste Gedanken entwickelt – darunter die Gestaltung eines Eingangsbereichs, der auf Anhieb als solcher zu erkennen ist.

Zeitgemäßen Anforderungen gerecht werden

„Eine Sanierung bedeutet allerdings nicht, dass die VHS dort für 15 oder 20 weitere Jahre bleiben muss“, stellt der Stadtdirektor klar. Parallel soll das Konzept der Volkshochschule so weiterentwickelt und angepasst werden, dass es den zeitgemäßen Entwicklungen und Anforderungen an eine solche Einrichtung gerecht wird – auch im Verbund mit anderen kommunalen Bildungsanbietern. Dies solle gemeinsam mit Politik und Bürgerschaft entstehen, betont Paal, der sich eine „Aufbruchstimmung“ für eine VHS der Zukunft wünscht. Aktuell sei von einer solchen Aufbruchstimmung allerdings noch nicht viel zu spüren, beklagt er.

Die Sanierung soll kurzfristig, vielleicht schon im nächsten Jahr, angegangen werden. Die konzeptuelle Neuaufstellung der VHS wird wohl erst mittelfristig stehen. Das wäre dann der Zeitpunkt, wo ein anderer Standort den Aegidiimarkt ablösen könnte.

Repräsentativer & zentraler Standort

In der Vorlage ist von einem „Ort der Bildung, Begegnung und des Diskurses“ die Rede, einem Bildungscampus. Den kann sich Paal zum Beispiel auf dem Hörster Parkplatz vorstellen, einem sowohl repräsentativen wie auch zentralen Standort. „Aber es muss nicht zwingend einen Neubau geben“, schränkt er ein. Die Stadtbücherei am Alten Steinweg als Campus für die Bildung von morgen – auch dies sei denkbar. Fest steht für Paal dies: „Die VHS braucht ein Gesicht“ – und dafür sei der Aegidiimarkt auf Dauer nicht geeignet.

Wie die VHS der Zukunft aussehen könnte, dafür hat sich die Verwaltung national und international umgeschaut. So gibt es in Remscheid ein Bildungs- und Begegnungszentrum, das Musikschule, Bibliothek und Kunstschule in einem Komplex versammelt. Derweil verbinden „Idea Stores“ in England Erwachsenenbildung, Cafés, Kunst- und Freizeitaktivitäten – und werden so zu einem Ort der Begegnung.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6200164?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F