Di., 20.11.2018

Neue Auszeichnung für Münster Nachhaltigkeit – ein Anliegen vieler

Im gut gefüllten Rathausfestsaal – zu Beginn unterhalten von einer Darbietung von Cactus Junges Theater (großes Bild) – bekamen Oberbürgermeister Markus Lewe (kleines Bild, 2.v.r.) und Matthias Peck (r.) den Nachhaltigkeitspreis von Initiator Stefan Schulze-Hausmann (l.), Dr. Lutz Spandau (Allianzstiftung, 2.v.l.) und Prof. Dr. Günther Bachmann (Juryvorsitzender) überreicht.

Im gut gefüllten Rathausfestsaal – zu Beginn unterhalten von einer Darbietung von Cactus Junges Theater (großes Bild) – bekamen Oberbürgermeister Markus Lewe (kleines Bild, 2.v.r.) und Matthias Peck (r.) den Nachhaltigkeitspreis von Initiator Stefan Schulze-Hausmann (l.), Dr. Lutz Spandau (Allianzstiftung, 2.v.l.) und Prof. Dr. Günther Bachmann (Juryvorsitzender) überreicht. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Münster hat seit Dienstagabend einen neuen Titel: Es wurde als nachhaltigste Großstadt Deutschlands ausgezeichnet. Dafür gibt viele Gründe, wie es bei der Feier im Rathaus hieß.

Von Karin Völker

Hannover hat den Pokal im vergangenen Jahr verliehen bekommen, davor wurden Nürnberg, Karlsruhe, Dortmund, Augsburg und Freiburg gekürt. Nun gehört auch Münster in die Riege der seit 2012 jährlich geehrten nachhaltigsten Großstädte Deutschlands.

Greenpeace-Demo vor dem Rathaus

Die Greenpeace-Gruppe Münster, die am Dienstagabend vor dem Rathaus demonstrierte, meinte zwar, es sei in Sachen Nachhaltigkeit – vor allem in Landwirtschaft und Verkehr in Münster – „noch viel Luft nach oben“. Drinnen aber wurde bei der Preisverleihung kräftig gefeiert, was die Stadt hier schon auf den Weg gebracht hat.

Der Festsaal war gut gefüllt – Nachhaltigkeit sei eben auch ein Anliegen der Zivilgesellschaft, wie die Jury des deutschen Nachhaltigkeitspreises würdigte. Deren Vorsitzender Prof. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für nachhaltige Entwicklung, eines offiziellen Beratungsgremiums der Bundesregierung, erklärte am Abend, warum Münster in diesem Jahr die nachhaltigste Großstadt Deutschlands ist. Als zentrale Stichworte tauchen das Radwegenetz, besonders der Plan zum Ausbau von Velorouten, und der öffentliche Personennahverkehr auf. „Beim Klimaschutz gehört Münster auch international zu den Vorreitern“, heißt es in der Begründung der Jury.

30 000 Euro Preisgeld

Dafür stehen der „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ und der Ratsbeschluss, keine klimaschädlichen Finanzanlagen zu tätigen. Auch Bildung und kommunale Sozialpolitik gehören zur Nachhaltigkeit, so Bachmann, der die Wohnraumpolitik mit sozialgerechter Bodennutzung würdigte. Kurzum: Münster erhält den Titel wegen seiner ganzheitlichen Strategie, deren Ausdruck in Person auch Matthias Peck ist. Er ist explizit „Dezernent für Nachhaltigkeit“, der von seinem Dezernat moderierte Diskussionsprozess und der Entwurf einer Nachhaltigkeitsstrategie für das Jahr 2030 sei vorbildhaft, lobte die Jury.

Neben der Ehre des Titels erhält die Stadt auch 30 000 Euro – Geld, das laut Stiftung für die weitere Förderung der Nachhaltigkeit in Münster ausgegeben werden soll. Ganz ohne Plastik kam die Feier bei aller Nachhaltigkeit nicht aus – allerdings nur satirisch. Dafür sorgten Rita Apels mit ihrem „Plastikgedicht“ und Kabarettist Andreas Breiing, der den „Anti Plastik Prediger“ gab.



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