Erneute Kontrolle
Shisha-Bars vor Schließung

Münster -

Erneut sind gravierende Verstöße bei zwei Shisha-Bars in Münster festgestellt worden. Den Betrieben droht jetzt das Aus.

Mittwoch, 21.11.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 21.11.2018, 18:02 Uhr
Im Blick der Behörden: die Praxis in Shisha-Bars
Im Blick der Behörden: die Praxis in Shisha-Bars Foto: Zoll

Offiziell finden sich in Münster sieben Shisha-Bars verzeichnet, in denen die Wasserpfeife kreist. Doch für zwei Betriebe könnte schon bald der Ofen aus sein. Nach einer neuerlichen Kontrolle hat das Ordnungsamt bei diesen beiden Lokalen in der Innenstadt weiterhin schwere Verstöße gegen geltendes Recht festgestellt.

So habe sich in fast allen Shisha-Pfeifen dort verbotenerweise Tabak befunden, erklärte Ordnungsamtschef Martin Schulze-Werner auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch Minderjährige rauchten offenbar in den Betrieben Tabak, was generell nicht erlaubt sei. Unter anderem sei gegen Vorschriften des Jugend- und des Nichtraucherschutzes gravierend verstoßen worden.

Wir werden intensiv prüfen, ob wir nicht kurzfristig die Gaststättenkonzessionen widerrufen können.

Ordnungsamtschef Martin Schulze-Werner

„Wir werden intensiv prüfen, ob wir nicht kurzfristig die Gaststättenkonzessionen widerrufen können“, erklärte der Ordnungsamtschef angesichts der festgestellten Verstöße. Zugleich kündigte er an, Shisha-Bars verstärkt im Auge behalten zu wollen. Auf die Betreiber der beiden erneut kontrollierten Betriebe kommen jetzt Zwangs- und Bußgelder „im hohen vierstelligen Bereich“ zu.

Bei der jüngsten Überprüfung, die nach Behördenangaben bereits am vergangenen Freitag stattgefunden hat, waren neben der Stadt auch Finanzamt, Zoll und Polizei im Einsatz. Wie aus Ermittler-Kreisen zu hören ist, wurden wieder nennenswerte Mengen an unversteuertem Tabak gefunden. Dieser ist in den Betrieben offenbar gewerbsmäßig verkauft und auch konsumiert worden. Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung sollen deshalb eingeleitet worden sein. Ob es Verbindungen zur Organisierten Kriminalität gibt, soll ebenfalls verfolgt werden.

Kohlenmonoxidwerte „deutlich überschritten“

In beiden Shisha-Bars wurden nach Angaben des Ordnungsamtes überdies hohe Kohlenmonoxidwerte gemessen. Die Gefahrenschwelle sei „deutlich überschritten“ worden, wie es heißt. Die Betreiber haben frühere Auflagen der Ordnungsbehörde nicht befolgt, wonach sie CO-Warngeräte installieren sollten, um ihre Kunden besser zu schützen.

Bereits bei einer Razzia im September waren zahlreiche Verstöße in Shisha-Bars festgestellt worden. Von vier Lokalen blieb damals nur eines ohne Tadel. Der Rauch von Wasserpfeifen gilt als gesundheitsschädlich. Erst jüngst sprachen sich Parlamentarier im NRW-Landtag dafür aus, Gesetze und Strafen zu verschärfen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6207032?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker