Christine Westenberger stellt im Theater Münster aus
Zwischen Aufbau und Abbau

Münster -

Was sind diese Striche? Informell energische Mal-Gesten? Auf die Leinwand gepeitschte Pinsel-Spuren? Gegenständliche Zeichen zwischen Bau-Gerüst und Bau-Ruine?

Mittwoch, 21.11.2018, 23:05 Uhr aktualisiert: 22.11.2018, 06:27 Uhr
Drei Architekturen (v.r.): die Apostelkirche, die Volksbank und das Gerüst-Gemälde „Hochseilakt“ von Christine Westenberger.
Drei Architekturen (v.r.): die Apostelkirche, die Volksbank und das Gerüst-Gemälde „Hochseilakt“ von Christine Westenberger. Foto: Gerhard H. Kock

Was sind diese Striche? Informell energische Mal-Gesten? Auf die Leinwand gepeitschte Pinsel-Spuren? Gegenständliche Zeichen zwischen Bau-Gerüst und Bau-Ruine? In der Malerei von Christine Westenberger bleibt vieles offen. Aber Grenzen werden markiert. Ihre Gemälde beschreiben einen SpannungsRaum in der Zeit, ein Noch-Nicht und ein Nicht-Mehr.

Christine Westenberger stellt im Theater aus

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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  • Christine Westenberger stellt im Theater aus Foto: Gerhard H. Kock

Als sei Westenberger auf der Suche nach der Wahrheit des Wracks, umkreisen ihre Bilder das Brüchige. Zwischen Gefahr und Chance, Zerstörung und Aufbau, Werden und Vergehen changiert diese Malerei. Schon die Titel verraten die in antiken Mythen verankerten Spannungen: „Iron Lady“, „Mephisto“ und „Pandora“ auf der einen Seite, „Genesis“, „Adam“ und „Eva“ auf der anderen. All das kommt gleichsam zusammen im Titel „Hochseilakt“, der Balance zwischen der eisernen Dame mit dem Teufel vor der Büchse der Pandora und der Entstehung der Welt mit den ersten Menschen.

Der Titel der Ausstellung „Fragmente in Transit“ könnte wie eine Metapher für das Leben selbst stehen, eine anschaulich gemachte Philosophie des „Alles fließt“, nur ohne jeden Anflug von romantischem Kitsch. Denn Veränderung ist in der Regel mit Leiden verbunden, im besten Fall mit Wachstumsschmerzen. Und Westenberger zeigt auf abstrakte, aber fühlbare Weise die scharfen Schnitte, die Kanten dieses Bewegungsmomentes.

Die Bilder lassen sich in zwei Typen einteilen. Auf der einen Seite die auf einer Grundierung aufgebrachten Strukturen im Übergang: schroff, kraftvoll, fast brutal; auf der anderen Muster, die durch eine flächige Übermalung lediglich hervorlugen: klar, kraftvoll, fast lebensfroh. Denn die aus den goldenen Flächen wie freigeschabt wirkenden Farben sind licht und bunt und heiterer Natur.

Westenberger studierte an der Kunstakademie Münster bei Michael van Ofen, Ludmilla von Arseniew und dem vor zwei Wochen verstorbenen Hermann-Josef Kuhna.

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Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 26. Dezember im Theater, Neubrückenstraße 63, während der Vorstellungen oder nach Absprache (' 5 90 91 06).

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