Alex-Talk am 27. November
Wo steckt die Depression im Körper?

Münster -

Dass Gehirn und Immunsystem zwei völlig voneinander getrennte Systeme sind, ist in der Wissenschaft längst widerlegt. Bestes Beispiel: Bei der Entstehung von Depressionen könnte das Immunsystems im Spiel sein. Wie das funktionieren soll, ist Thema beim nächsten Alex-Talk am 27. November

Donnerstag, 22.11.2018, 09:00 Uhr
Wie hängen Immunsystem und Depressionen zusammen? Diesen Fragen widmet sich der Alex Talk.
Wie hängen Immunsystem und Depressionen zusammen? Diesen Fragen widmet sich der Alex Talk. Foto: mariesacha-stock.adobe.com

Es ist vielen längst bekannt: Mit etwa vier Millionen Betroffenen allein in Deutschland gehört die Depression nicht nur zu einer der häufigsten Erkrankungen, sondern ist zugleich auch eine mit sehr vielen Ausprägungen und Ursachen.

Medizinische Erkenntnisse erweitern das bisherige Wissen nun noch in eine andere Richtung: Veränderungen der Immunantwort könnten ebenfalls an der Entstehung von Depressionen mitwirken. Genau diesem Zusammenspiel zwischen dem Immunsystem und der Psyche widmet sich die Forschungsgruppe am Universitätsklinikum Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Judith Alferink, die sich als Chefärztin des Alexianer-Krankenhauses Münster auch im Klinikalltag mit der Behandlung von psychischen Erkrankungen befasst.

Neue Therapieansätze

„Ursprünglich wurden das Gehirn und unser Immunsystem als zwei getrennte Systeme betrachtet“, erklärt die Expertin und ergänzt: „Man ging davon aus, dass das Gehirn vor Immunprozessen geschützt arbeitet und wenig mit dem Immunsystem zu tun hat. Diese Annahme ist aber längst widerlegt.“ Beim nächsten Alex Talk am Dienstag (27. November) wird die Alexianer-Expertin daher neben ihrer allgemeinen Erläuterung der Depressionen auch auf das Wechselspiel zwischen Immunsystem und Psyche ein besonderes Augenmerk legen.

Auch mit dem Ziel der Entwicklung neuerer Therapieansätze richtet das Forscherteam um Prof. Judith Alferink seinen Fokus besonders auf eine spezielle Art von Fresszellen, die Mikrogliazellen. Diese Zellen können bei einer Bedrohung aktiviert werden und dadurch Entzündungsprozesse fördern und Botenstoffe aussenden, die den Nervenzellen schaden.

„Genau dies ist beispielsweise sichtbar bei Depressionen und wir haben in Laborversuchen einen solchen ursächlichen Zusammenhang zwischen Stress, chronischer Entzündung und Depression nachweisen können“, erläutert die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Inwieweit dieser Wirkmechanismus nun auch auf den Menschen übertragbar sei, bliebe aber noch abzuwarten, bemerkt Alferink.

Zum Thema

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr in der Alexianer-Waschküche, Bahnhofstraße 6. Eintrittskarten sind zum Preis von vier Euro ab sofort im WN-Ticket-Shop (Prinzipalmarkt 13-14) erhältlich. Kartenreservierungen sind in beschränkter Anzahl auch unter alextalk-muenster @alexianer.de möglich. Der gesamte Kartenerlös kommt der WN-Spendenaktion zugute.

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